Zweite in einer Woche

700 Jahre alte Brauerei ist insolvent


Aktualisiert am 17.06.2026 – 15:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein kühles Bier im Sommer: Eine Traditionsbrauereli aus dem Süden musste Insolvenz anmelden. (Symbolfoto) (Quelle: IMAGO/Michael Bihlmayer/imago)

Schon seit 1308 wird in der Aktienbrauerei Kaufbeuren Bier gebraut. Jetzt meldet das Unternehmen die Insolvenz in Eigenverwaltung an.

Der Sommer ist traditionell die beste Jahreszeit für Brauereien. Kommt noch eine Fußballweltmeisterschaft hinzu, kann fast nichts mehr schiefgehen. Doch der Bierabsatz geht in Deutschland zurück, zum Leidwesen der heimischen Brauereien. In Süddeutschland sind innerhalb einer Woche gleich zwei Familienunternehmen in die Insolvenz gerutscht.

Eine davon ist die Aktienbrauerei Kaufbeuren, die auf eine über 700-jährige Tradition zurückblickt. Wie der „Bayerische Rundfunk“ berichtet, hat das Unternehmen beim zuständigen Gericht in Aalen die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Der gesamte Braubetrieb soll aber weiterlaufen, betonte das Unternehmen laut „BR“. Auch zugesagte Lieferungen in der Region würden wie geplant ausgeführt.

Die 84 Mitarbeiter der Brauerei sollen am Mittwoch über die Insolvenz informiert werden. Ziel sei es, Investoren zu gewinnen, um den Betrieb der Brauerei aufrechtzuerhalten. 1308 wurde der Traditionsbetrieb gegründet, seit 2013 gehört er zum britischen Unternehmen Rokit Drinks.

Traditionsbrauerei Ott meldet ebenfalls Insolvenz an

Die Aktienbrauerei ist nicht allein im Süden in dieser Woche: Am Dienstag berichteten mehrere Medien über die Insolvenz der Brauerei Ott aus Bad Schussenried. Die Brauerei im Landkreis Biberach gehört seit 120 Jahren der Familie Ott. Ihre Wurzeln reichen aber deutlich weiter zurück.

Das Unternehmen – mittlerweile in vierter Generation geführt – beschäftigt nach eigenen Angaben rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie produzieren demnach jährlich etwa sechs Millionen Liter Bier und ungefähr drei Millionen Liter alkoholfreie Getränke. Beliefert werden die Regionen Oberschwaben, Bodensee, das Allgäu, die Schwäbische Alb sowie Ulm und der Großraum Stuttgart.

Die Zahl der Brauereien ist allein im Südwesten von 205 im Jahr 2023 auf aktuell 190 gesunken, wie der Chef des Baden-Württembergischen Brauerbundes, Hans-Walter Janitz, mitteilte. Der Gesamtbierabsatz ging von rund 5,7 Millionen Hektoliter (2023) auf etwas mehr als 4,9 Millionen Hektoliter im Jahr 2025 zurück.

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