Putin weiß das. Deshalb ist auch der persönliche Angriff auf den Bundeskanzler kein Zufall. Der Kremlchef stößt gezielt in eine innenpolitische Wunde.

Deutschland ist für Russland ein besonders wichtiges Ziel. Die Bundesrepublik ist die stärkste Wirtschaftsmacht Europas und einer der wichtigsten Unterstützer der Ukraine. Berlin liefert Waffen, stellt Milliardenhilfen bereit und tritt für eine europäische Sicherheitsordnung ein, in der Staaten ihre Nachbarn nicht mit Gewalt unterwerfen dürfen.

Putin steht für das Gegenteil. Er möchte Russland wieder zur bestimmenden Macht in seiner Nachbarschaft machen und setzt dafür auch militärische Gewalt ein. Deutschland stellt sich dieser Politik entgegen. Deshalb darf es längst keine Überraschung mehr sein, dass die Bundesrepublik immer stärker ins Fadenkreuz des Kreml gerät.

Bereitwillige Helfer für Putin

Doch Putin braucht keine russischen Panzer in Berlin, um Deutschland zu schwächen. Er braucht Angst, Misstrauen und politischen Streit. Und dafür bekommt er Unterstützung ausgerechnet aus dem Deutschen Bundestag – von der AfD.

Seit Jahren hofiert Moskau ihre Politiker. Der Kreml empfängt sie in Russland und produziert medienwirksame Bilder. Abgeordnete wie Markus Frohnmaier nehmen diese Aufmerksamkeit bereitwillig an. Sie haben für die deutsche Außenpolitik keinerlei Regierungsverantwortung, dürfen sich in Russland aber trotzdem als bedeutende Gesprächspartner inszenieren.

Markus Frohnmaier (l.): Der AfD-Politiker ist im Juni zum russischen Wirtschaftsforum nach Sankt Petersburg gereist. (Quelle: Ulf Mauder)

Putin nutzt diese Geltungssucht knallhart aus.

Denn die politische Gegenleistung ist für Moskau wertvoll. Die AfD stellt nicht Russland als Aggressor ins Zentrum ihrer Kritik, sondern die Ukraine und ihre westlichen Unterstützer. Sie wollen die Waffenhilfe für Kiew beenden und Sanktionen gegen Russland zurückfahren. Damit vertreten sie Positionen, von denen vor allem einer profitiert: Wladimir Putin.

Das zeigte sich auch nach den deutschen Vorwürfen gegen Russland im Zusammenhang mit Leipzig/Halle. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Götz Frömming, und Thüringens AfD-Chef Björn Höcke drehten den Spieß um. Nicht Russland stand im Zentrum ihrer Kritik, sondern die Ukraine und die Bundesregierung.

Umgang mit AfD muss überdacht werden

AfD und Russland: Hier hält Hans-Thomas Tillschneider, Landes-Vize in Sachsen-Anhalt, die russische Fahne hoch. (Quelle: ENDSTATION RECHTS)

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