Kanzler

Publizist Friedman: Merz als Kanzler ungeeignet

Aktualisiert am 09.09.2026 – 00:01 UhrLesedauer: 2 Min.

Friedman hält die desaströsen CDU-Wahlergebnisse für gerechtfertigt. (Archivbild) (Quelle: Daniel Löb/dpa/dpa-bilder)

Anfang 2025 war der streitbare Publizist Friedman aus der CDU ausgetreten. Nun teilt er gegen Kanzler Merz aus.

Friedrich Merz ist nach Ansicht des Publizisten Michel Friedman ungeeignet für das Amt des Bundeskanzlers. „Ich glaube nicht, dass dieser Mann der Job-Description eines Bundeskanzlers entspricht“, sagte der 70-Jährige im „Spiegel“-Spitzengespräch. Oft könnten es Politiker und Politikerinnen nicht gut. „Aber der Punkt ist, du musst das lernen.“

Als Beispiele führte der jüdische Publizist auf, man müsse lernen, wie mächtig Verwaltung sei. Weiterhin müsse man lernen, dass Empathie die Voraussetzung sei, um „wirkliche Kompromisse“ schließen zu können – „also leben und leben lassen, ohne dass du substanzlos wirst“. Friedman, aus dessen Familie seinen Angaben zufolge 50 Menschen von den Nationalsozialisten ermordet wurden, fügte hinzu: „Du musst aber auch wissen, wo sind deine Grenzen, und sie langsam übend erweitern. Das sind Job-Descriptions, die auf diesen Bundeskanzler nicht zutreffen.“

Empathielosigkeit würde er Merz nicht unterstellen, sagte Friedman. „Aber ich würde nicht sagen, das ist ein Vorbild, an dem ich noch viel über Empathie lernen kann.“ Er sei der Meinung, dass die CDU unter diesem Bundeskanzler zu Recht abgestraft werde. „Was aber nicht dazu führen darf, dass man sagt, ja, weil die so schlecht sind, dann wähle ich einfach eine rassistische, zerstörerische Partei.“

Kritik auch an Klingbeil und Bas

Friedman kritisierte auch die SPD-Chefs Lars Klingbeil und Bärbel Bas, von denen er überhaupt nichts mehr höre. Da sei er sogar glücklicher, „dass dieser Kanzler zwar ruppig und teilweise in jedes Fettnäpfchen tritt, aber wenigstens mit mir spricht“.

Friedman war Anfang 2025 aus der CDU ausgetreten, nachdem die Union bei einem migrationspolitischen Antrag im Bundestag gemeinsam mit der AfD eine Mehrheit bekommen hatte. Seiner Ansicht nach dürfen demokratische Parteien keine Berührung mit einer Partei aufweisen, die die Demokratie zerstören wolle.

Friedman war 1983 der CDU beigetreten, zwischen 1994 und 1996 gehörte er dem Bundesvorstand an. Nach dem Spendenskandal der hessischen CDU wechselte er im Jahr 2000 aus Protest in den saarländischen Landesverband.

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