Homöopathie
Prominente kämpfen für Krankenkassenleistung
Aktualisiert am 19.06.2026 – 07:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Krankenkassen sollen künftig für homöopathische Behandlungen nicht mehr bezahlen. Dagegen regt sich jetzt Widerstand.
Die Richtung ist klar: Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sollen künftig strenger an den wissenschaftlichen Nutzen geknüpft sein. Das heißt übersetzt: Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen künftig nur noch für das, was nachweislich auch hilft. So steht es im Entwurf zum aktuellen GKV-Spargesetz, das derzeit im Bundestag verhandelt wird.
Bei homöopathischen und anthroposophischen Arzneimitteln fehlt es an dieser „wissenschaftlichen Evidenz“. Im Leistungskatalog der Krankenkassen sollen sie deshalb in Zukunft nicht mehr enthalten sein. Wer künftig Globuli und Co. nutzen möchte, muss die Kosten selbst tragen oder eine entsprechende private Versicherung abschließen.
Prominente warnen vor Fehlentscheidung
Dagegen regt sich nun Widerstand. In einem offenen Brief spricht sich eine Reihe ehemaliger Politiker, Unternehmer, Schauspieler und Mediziner für die „vollständige Rücknahme der geplanten Ausschlüsse“ aus, die sie „eine teure Fehlentscheidung zulasten von Patientinnen und Patienten“ bezeichnen.
Unter den Unterzeichnern befinden sich unter anderem:
- der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily,
- der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann,
- die ehemalige Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer,
- Porsche-Aufsichtsrat Daniell Porsche,
- Alnatura-Gründer Götz Rehn,
- Fernsehköchin Sarah Wiener,
- die Tatort-Schauspieler Hans-Jochen Wagner und Felix Klare.
Für die Unterzeichner komme die Entscheidung des Staates voreilig. So gebe es Studien, die eine Wirksamkeit für Homöopathie nahelegen. Mit seinem Beschluss greife der Staat in die aktuelle Debatte ein und entscheide diese politisch und nicht wissenschaftlich. Die Streichung homöopathischer Leistungen würde letztlich auch zu höheren Kosten führen, da sie den „Kauf von teureren anderen Medikamenten ohne bessere Behandlungsergebnisse“ forciere.
In der Forschung überwiegt jedoch klar die Meinung, dass Homöopathie keine über einen Placebo-Effekt hinausgehende Wirkung hat. Auch in der Politik ist die Zahl der Befürworter kleiner geworden. Scheiterte eine vom damaligen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach befürwortete Streichung noch an einem Veto der Grünen, haben diese ihre Linie inzwischen revidiert. Im vergangenen Jahr sprach sich die Partei auf ihrem Parteitag in Hannover dagegen aus, dass die Solidargemeinschaft für Therapien aufkomme, „deren Wirksamkeit über den Placebo-Effekt hinaus wissenschaftlich nicht belegt ist“.
