Abschied vom Klassiker
Letzter Akt: Die Alpine A110 verlässt die Bühne
02.07.2026 – 12:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach neun Jahren endet die Ära der Alpine A110. Das Leichtbau-Coupé ließ Frankreichs große Sportwagentradition wieder aufleben. Nun ist das letzte Exemplar vom Band gelaufen.
Motorsporterfolge machten die Alpine A110 schon in den 1960ern begehrt, ihre anspruchsvollen Fahreigenschaften hingegen waren berüchtigt. Das Comeback des Leichtbau-Coupés brachte die Marke Alpine zurück ins Rampenlicht. Doch nun endet die Geschichte des modernen Klassikers.
Warum die Alpine?
Die Antwort liegt in der Historie und der französischen Grammatik. Gründer Jean Rédélé benannte das Auto nach der „Coupe des Alpes“ (Alpenfahrt), bei der er seine ersten Siege feierte. Zudem ist das Wort für Marke (la marque) feminin. Da auch die legendäre Ur-Karosserieform, die Berlinette, weiblich ist, bürgerte sich der Artikel ein.
Warum der Klassiker verschwindet
Die Heimat von Alpine liegt in Dieppe im Norden Frankreichs. Seit 1955 werden dort schnelle Autos in kleiner Stückzahl produziert. Auch der meist blaue Sportwagen lief hier vom Band. Zum Abschied brachte die Marke limitierte Sondermodelle heraus, darunter die A110 R Ultime. Mit Sonderausstattung und streng begrenzter Stückzahl markiert dieses Modell das Ende der Ära der Verbrennungsmotoren des kleinen Herstellers.
Für das Produktionsende nennt Alpine zwei Gründe: den Strategiewechsel zum Elektroantrieb und die immer strengeren CO2-Vorgaben in Europa, die reine Verbrennersportwagen zunehmend unrentabel machen.
Übrigens: Dass Alpines meist blau sind, ist alles andere als ein Zufall. Hier erfahren Sie den Grund.
Die Zukunft der Marke ist elektrisch
Für den elektrischen Nachfolger entwickelt Alpine eine eigene Sportwagen-Plattform. Die größte Herausforderung ist dabei das Gewicht: Batterien machen Elektroautos schwerer als Verbrenner und beeinträchtigen Agilität und Fahrgefühl. Genau diese Eigenschaften machten die A110 aus. Die Leichtigkeit und Wendigkeit des Originals in ein Elektroauto zu übertragen, gilt als größte Herausforderung der Entwickler.
Ein Blick zurück: Die Geschichte der Alpine A110

1963 kam die Alpine A110 erstmals auf den Markt und wurde zum Inbegriff des französischen Sportwagens. Ihr Design faszinierte, ihre Fahrleistungen brachten Siege. Die Alpine A110 gewann unter anderem die Rallye Monte-Carlo und führte Alpine Anfang der 1970er-Jahre zum Titel des Rallye-Weltmeisters. Ihr dynamisches Design, ihre Fahrleistungen und auch ihre teils tückischen Fahreigenschaften ließen Vergleiche mit Porsche aufkommen. Erst im Jahr 1976 lief das letzte von mehr als 7.000 Exemplaren vom Band.
Nach Jahrzehnten im Schatten feierte die A110 im Jahr 2017 ein Comeback. Das Coupé übertrug die Essenz des Originals in die Gegenwart. Nun schließt Alpine auch dieses Kapitel seiner langen Geschichte. Das nächste wird vollständig elektrisch.











