Am Dienstag wurden in Portugal weitere 15 Polizisten festgenommen, die im Verdacht stehen, schutzbedürftige Menschen gefoltert und misshandelt zu haben. Die Ermittlungen gehen in das iberische Land über und werden ausgeweitet.
Nach der Festnahme der Verdächtigen am Dienstag laufen nun Ermittlungen gegen insgesamt 24 Polizisten wegen angeblicher „schwerer Folter, Vergewaltigung, Machtmissbrauch und schwerer Körperverletzung“, heißt es in einer Polizeimitteilung.
Ermittler führten am Dienstag rund 30 Durchsuchungen durch, unter anderem in zwei Polizeistationen in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon, wo es mutmaßlich zu den Übergriffen gekommen sein soll.
Nach Angaben der portugiesischen Presse handelte es sich bei den Opfern hauptsächlich um Ausländer ohne Papiere, Obdachlose oder Drogenkonsumenten.
Als er am Montag zu dem Fall befragt wurde, sagte Polizeidirektor Luís Carrilho: „Wir setzen eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Fällen von Fehlverhalten durch.“
„Die Bürger können weiterhin Vertrauen in die Polizei haben“, betonte er.
Verhaftungen im März
Im März wurden sieben Polizisten wegen mutmaßlicher Verbrechen auf einer Polizeistation in Lissabon wegen Folter, Vergewaltigung, Machtmissbrauch und schwerer Körperverletzung in Untersuchungshaft genommen.
Beamte der öffentlichen Sicherheitspolizei (PSP) wurden am 4. März im Zusammenhang mit mutmaßlichen Vorfällen auf der Polizeistation Rato festgenommen.
Ein damaliges Gericht begründete die Untersuchungshaft mit der Gefahr fortgesetzter krimineller Aktivitäten, einer schwerwiegenden Störung der öffentlichen Ordnung und der Gefahr der Manipulation von Beweismitteln.
Der portugiesischen Zeitung Correio da Manhã zufolge sollen an den Ermittlungen rund 70 Beamte verschiedener Polizeistationen beteiligt sein, darunter einige im Rang eines Chefs.
Das Lissabonner Stadtkommando der PSP sagte, es lehne „jegliches Verhalten, das einen eklatanten Verstoß gegen diese Grundsätze darstellt, entschieden ab“ und betonte, dass die Institution selbst die Fakten der Staatsanwaltschaft gemeldet habe.
Zwei weitere PSP-Beamte befanden sich zum Zeitpunkt der Festnahmen im März bereits wegen ähnlicher Anklagen auf derselben Polizeistation in Untersuchungshaft, teilten die Behörden mit.
Sie wurden im Juli letzten Jahres nach Razzien in mehreren Polizeistationen in Lissabon wegen „möglicher Begehung verschiedener Straftaten, darunter Folter, Verstöße gegen die qualifizierte körperliche Unversehrtheit, Unterschlagung und Urkundenfälschung“ festgenommen.
Die Beamten wurden im Januar offiziell angeklagt. Der Anklageschrift zufolge wählten die Beamten die Opfer aus den am stärksten gefährdeten Kreisen aus und richteten sich dabei vor allem gegen Drogenabhängige, Obdachlose und illegale Einwanderer.
Zusätzliche Quellen • AFP










