Konzern schrumpft
Porsche baut Tausende Stellen ab
Aktualisiert am 27.07.2026 – 14:54 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Sportwagenbauer war einst der Goldesel des Volkswagenkonzerns. Doch das hat sich geändert – und jetzt werden harte Einschnitte nötig.
Der Sportwagenbauer Porsche baut in der Region Stuttgart weitere 5.000 Stellen ab. Betroffen sind das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum im nahen Weissach. Die Beschäftigungssicherung wird im Gegenzug um fünf Jahre bis Ende 2035 verlängert, wie Unternehmen und Gesamtbetriebsrat mitteilten.
Betriebsbedingte Kündigungen sind bis dahin ausgeschlossen. Bis 2035 sollen außerdem 2,1 Milliarden Euro in die beiden Standorte investiert werden, damit die zweitürigen Sportwagen weiter in Zuffenhausen gebaut werden und die Entwicklungsarbeit in Weissach gebündelt bleibt.
An den Verhandlungen waren neben Unternehmen und Betriebsrat auch die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall beteiligt. Sie liefen seit dem vergangenen Herbst, wegen des Wechsels an der Unternehmensspitze aber mit Unterbrechungen. Seit Januar führt der Manager Michael Leiters den Sportwagenbauer.
Das sieht das Sparpaket vor
Die Mitarbeitenden sollen über Fluktuation, demografische Effekte, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge sozialverträglich ausscheiden. Tariferhöhungen werden bis 2035 zum Teil einbehalten, das Weihnachtsgeld sinkt und der Mitarbeiterbonus orientiert sich stärker am Unternehmenserfolg. Große Teile des Managements verzichten 2027 und 2028 auf Erhöhungen der Grundvergütung. Homeoffice soll künftig nur noch an maximal acht statt zwölf Tagen im Monat möglich sein.
Zusammen mit dem bereits im Februar 2025 beschlossenen Abbau von rund 1.900 Stellen und dem Auslaufen befristeter Verträge müssen damit rund 8.900 Beschäftigte das Unternehmen verlassen. Bei drei Tochterfirmen werden zudem rund 500 Jobs gestrichen. Ende 2024 hatte Porsche in der Region Stuttgart noch rund 22.200 Beschäftigte, Ende 2025 waren es etwa 20.600.
Werke nicht ausgelastet
Porsche steckt in der Krise, weil das Geschäft in China einbricht, die US-Zollpolitik belastet und sich die hohen Investitionen in Elektroautos bislang nicht auszahlen. Der Absatz sackte 2025 um ein Zehntel auf 279.400 verkaufte Fahrzeuge ab – der niedrigste Stand seit dem Corona-Jahr 2020. In China haben sich die Verkaufszahlen zwischen 2021 und 2025 mehr als halbiert, ein Trend, der sich in diesem Jahr weiter verstärkt hat.
Das Fertigungsnetz war einst für 350.000 bis 400.000 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt, aktuell steuert Porsche eher auf 250.000 zu. Die Werke sind dadurch nicht ausgelastet, viele Kosten laufen aber unverändert weiter. Der Konzernüberschuss brach 2025 um 91 Prozent auf 310 Millionen Euro ein, operativ sank der Gewinn von 5,6 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 413 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2026 verdiente der MDax-Konzern 1,35 Milliarden Euro, eine Marge von 7,8 Prozent – nach Jahren, in denen Porsche mit rund 15 Prozent Marge der profitabelste deutsche Autobauer und neben Audi der Goldesel des VW-Konzerns war.
