„Müssen zehn Prozent sparen“
Linnemann deutet Kürzungen bei Pflegeleistungen an
Aktualisiert am 29.10.2026 – 10:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Bund will bei der Pflege sparen. Nun äußert sich Gesundheitsminister Linnemann erstmals dazu, was das für Pflegebedürftige bedeuten könnte.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) schließt die Kürzung von Leistungen der Pflegeversicherung nicht aus. „Wir müssen rund zehn Prozent einsparen“, sagte Linnemann dem „Handelsblatt“. „Natürlich kann ich nicht garantieren, dass es an der ein oder anderen Stelle keine Leistungskürzungen geben wird.“
Die Pflegeversicherung habe ein strukturelles Finanzierungsproblem. Die Zahl der Pflegebedürftigen sei innerhalb von 20 Jahren von zwei auf mehr als sechs Millionen gestiegen. Ohne Reform wäre für 2027 ein Defizit von rund acht Milliarden Euro aufgelaufen. Der Minister kündigte an, Pflegeleistungen künftig mehr steuern zu wollen: „Wir müssen zielgenauer denen helfen, die es wirklich brauchen“, so Linnemann.
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Die Zuzahlungen für gesetzlich Krankenversicherte will der Gesundheitsminister 2027 nicht erhöhen. „Ich werde den Teufel tun, im nächsten Jahr nochmals an das Thema Zuzahlung zu gehen, nachdem wir sie in diesem Jahr bereits erhöht haben“, sagte Linnemann. Weitere Steigerungen könnten nicht das Mittel sein, um die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung zu begrenzen.
Pflegekommission nimmt Arbeit auf
Ob im kommenden Jahr weitere Sparmaßnahmen erforderlich werden, ließ Linnemann offen. Er wolle zunächst die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit abwarten. Sein Ziel seien stabile Krankenkassenbeiträge auch über 2027 hinaus. Mittelfristig müssten die Beiträge sogar wieder sinken, so Linnemann.
Zu Wochenbeginn hatte die von der Bundesregierung eingesetzte Pflegekommission ihre Arbeit aufgenommen. Sie wird in den kommenden Wochen Vorschläge für eine tiefgreifende Pflegereform erarbeiten.
Die 13 Fachleute würden sich nun zurückziehen und „Ende Januar“ ihre Ergebnisse präsentieren, hatte Linnemann (CDU) zum Auftakt gesagt. Geplant sind auch mehrere Anhörungen – von Betroffenen, Leistungserbringern und Kommunen. Die Opposition warnte vor weiteren Kürzungen.