Wegen Gerichtsverfahren

Paramount legt Milliardenübernahme vorerst auf Eis

24.07.2026 – 22:15 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Übernahme von Warner Bros. durch Paramount wird sich weiter verzögern. (Archivfoto)

Der Medienkonzern hatte die Übernahme von Warner Brothers Discovery geplant. Doch weil der Deal jetzt die Justiz beschäftigt, wird die Fusion vorerst gestoppt.

Der Medienkonzern Paramount Skydance hat die geplante Übernahme von Warner Brothers Discovery vorerst gestoppt. Das Unternehmen teilte am Freitag mit, dass die Übernahme bis spätestens zum Juni 2027 nicht vollzogen wird, bis ein Gericht über die Klagen mehrerer US-Bundesstaaten ein Urteil gefällt hat.

Der Deal war bereits gestern per Gerichtsbeschluss bis Mitte August ausgesetzt worden. Auslöser für die Auszeit war die Klage von zwölf US-Bundesstaaten, die den mehr als 100 Milliarden Dollar schweren Deal kippen wollen. Sie verlangen zunächst eine langfristige einstweilige Verfügung gegen den Abschluss der Übernahme. Die verlängerte Auszeit bis zum 17. August sei nötig, um über Anträge der Parteien rund um die einstweilige Verfügung zu entscheiden, erläuterte die Richterin.

Die Bundesstaaten argumentieren unter anderem, der Zusammenschluss werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen. Die US-Regierung hatte zuvor den Milliardendeal ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu der Einschätzung, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Verbrauchern schaden werde – sowohl im TV- oder Streaming-Geschäft als auch in der Filmproduktion. Dem „Wall Street Journal“ zufolge wurde die Übernahme von der Führung des Ministeriums durchgewinkt, bevor die zuständigen Juristen der Behörde eine Empfehlung dazu abgeben konnten.

CNN auf Trump-Linie?

Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Donald Trump bekannt ist. Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr schon Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts der Branchengröße verständigt. Doch Paramount ließ nicht locker und gab ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery ab, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Der Deal ist nun rund 111 Milliarden Dollar schwer.

Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte – wie dies schon in anderen Fällen geschah, wo Medienhäuser von Milliardären übernommen wurden, die dem Präsidenten die Treue halten. Trump hatte mehrfach gesagt, ihm sei besonders wichtig, dass der oft kritisch über ihn berichtende Nachrichtensender bei einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechselt.

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