„Habe jetzt eine neue Challenge“

Nach Babypause: Weltmeisterin vor Comeback

05.05.2026 – 11:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Elena Semechin strahlt mit ihrer Goldmedaille bei den Paralympics in Paris 2024. (Quelle: Jens Büttner)

Schon sieben Wochen nach der Geburt ihres Sohnes begann Schwimmerin Elena Semechin wieder zu trainieren. Dabei hat die Paralympics-Siegerin schon alles erreicht. Doch sie hat noch ein großes Ziel.

Elena Semechin steht vor einem besonderen Moment. Erstmals seit der Geburt ihres Sohnes kehrt die Paralympics-Siegerin auf die Wettkampfbühne zurück – und das ausgerechnet in ihrer Heimatstadt Berlin.

Klaus Phillip ist dabei längst Teil ihres Alltags. Ob im Gym, im Schwimmbad oder im Trainingslager: „Er ist jetzt schon überall mit dabei. Es ist quasi ein Sprung ins kalte Wasser mit uns“, sagt Semechin. Mit knapp acht Monaten hat ihr Sohn schon viel erlebt. Nun wird er seine Mutter erstmals bei einem Rennen sehen.

In der Weltserie gibt die 32-Jährige ihr Comeback. Am Freitag startet sie über ihre Goldstrecke, die 100 Meter Brust in der Klasse der Sehbehinderten. Ihr Sohn wird gemeinsam mit Vater Phillip zuschauen.

„Er wird beim Finale kurz dabei sein“, sagt Semechin im SID-Gespräch, „aber ich möchte ihn nicht quälen. Es ist auch immer laut und tropisch in so einem Schwimmbad“. Ob es direkt für einen Sieg reicht, lässt sie offen. „Mein Ziel ist es erstmal, überhaupt in meinen Schwimmanzug reinzukommen“, sagt sie lachend.

Eine konkrete Zeit hat sie sich nicht vorgenommen. „Es wäre natürlich schön, wenn ich die Norm für die EM schwimme. Das ist schon mein Ziel dieses Jahr.“ Bis zur EM in der Türkei bleiben ihr noch knapp vier Monate. Dort soll „auf jeden Fall“ eine Medaille her: „Ich denke, das ist auch möglich. Das ist dann genau ein Jahr nach der Entbindung.“

Druck verspürt sie aktuell nicht. Sie sei „immer noch im Aufbau. Deswegen ist es so spannend, herauszufinden, auf welchem Stand mein Körper gerade ist. Es wird wie ein Neustart sein auf dem Weg bis nach L.A., die große Reise, die jetzt vor mir liegt“.

Bei den Paralympics in Los Angeles in zwei Jahren will sie unbedingt starten – dann erstmals als Mutter. „Ich muss mir nichts mehr beweisen. Aber ich habe jetzt eine neue Challenge: Als Mama zu performen mit einem komplett neuen Leben, mit einem komplett neuen Menschen an meiner Seite, der mich auch zu 100 Prozent braucht“, sagt Semechin, die ergänzt: Sie habe „alle Ziele schon erreicht“.

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