„Können unsere Freunde nicht verleugnen“
Ornella Muti beantragt russische Staatsbürgerschaft
24.07.2026 – 19:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Die italienische Schauspielerin ist für ihre Nähe zu Russland bekannt. Nun macht Ornella Muti gemeinsam mit ihrer Tochter einen offiziellen Schritt.
Ornella Muti, die mit bürgerlichem Namen Francesca Romana Rivelli heißt, gehört seit den Siebzigerjahren zu den bekanntesten Schauspielerinnen Italiens. Abgesehen davon sorgte sie auch immer wieder für Aufsehen, wenn es um ihre Verbindung zu Russland ging. Sie besuchte das Land mehrfach, äußerte sich öffentlich zu ihrer Nähe zur russischen Kultur und geriet dabei wiederholt in die Kritik. Nun hat Muti einen weiteren Schritt vollzogen.
Die 71-Jährige hat die russische Staatsbürgerschaft beantragt. Ihre 51-jährige Tochter Naike Rivelli, die als Sängerin und Schauspielerin tätig ist, hat den Antrag ebenfalls gestellt. Der Hintergrund: Ornella Mutis Mutter war russischer Herkunft.
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Der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti sagte Naike Rivelli: „Wir beantragen die russische Staatsbürgerschaft, um uns wirklich zu Hause zu fühlen. Wir haben russische Wurzeln und können unsere Herkunft, unsere Familie und unsere Freunde nicht verleugnen.“
Zugleich betonte sie, der Antrag bedeute keinen Bruch mit Italien. Sie betonte, dass immerhin viele Italiener Russland, seine Menschen und seine Kultur schätzten. Die Entscheidung fällt in eine Zeit politischer Spannungen. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wird von vielen westlichen Staaten verurteilt, darunter auch Italien.
Muti schwänzte Theater-Job für Dinner mit Putin
Für Ornella Muti ist es nicht das erste Mal, dass ihre Verbindung zu Russland für Aufsehen sorgt. Im Jahr 2010 sagte sie einen Theaterauftritt in der norditalienischen Kleinstadt Pordenone wegen einer angeblichen Erkrankung ab, nahm stattdessen aber an einem Charity-Dinner an der Seite von Wladimir Putin in St. Petersburg teil.
Ein Gericht verurteilte sie daraufhin wegen Betrugs zu acht Monaten Haft und 600 Euro Geldstrafe. Die Haftstrafe musste sie nicht antreten, zahlte aber 30.000 Euro. Die Gage für ihren Auftritt im Verdi-Theater von Pordenone soll bei 25.000 Euro gelegen haben.
Im Jahr 2024 nahm Muti im russischen Sotschi an der Einweihung eines Wandgemäldes teil, das ihr Porträt zeigt und vom neapolitanischen Künstler Ciro Cerullo gemalt worden war. Der Auftritt löste Irritation in der italienischen Regierung aus, die im Ukraine-Krieg auf der Seite Kiews steht.
