„Schmerzliche“ Entscheidung

ESC 2027: Erste Absage aus den Niederlanden


24.08.2026 – 14:43 UhrLesedauer: 2 Min.

ESC 2027: Der nächste Eurovision Song Contest findet in Bulgarien statt. (Quelle: Jens Büttner / dpa)

Der Sender Avrotros hat die Niederlande jahrzehntelang beim Eurovision Song Contest vertreten. Nun zieht er sich erneut zurück – und nennt einen klaren Grund.

Fünfmal hat ein niederländischer Vertreter den Eurovision Song Contest gewonnen. Jahrzehntelang gehörten die Niederlande zu den festen Größen des Wettbewerbs. Doch nun hat der Sender Avrotros, der das Land beim ESC repräsentiert, laut der Nachrichtenagentur AFP erneut seinen Rückzug erklärt.

Bereits beim ESC im Mai 2026 in Wien fehlten die Niederlande. Auch 2027 wird Avrotros keinen Beitrag einreichen. Der Sender begründet das damit, dass der Wettbewerb seinen „neutralen Charakter“ verloren habe.

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Avrotros-Generaldirektor Taco Zimmerman erklärte, es sei „unbestreitbar, dass internationale Konflikte sich zunehmend auf den Wettbewerb auswirken und seinen neutralen Charakter untergraben“. Der ESC sei damit „zu einer Plattform für Spaltung geworden“. Die Entscheidung sei „schmerzlich, weil wir im nächsten Jahr sehr gerne wieder Teil des Wettbewerbs gewesen wären“, so Zimmerman.

Dennoch verwies er auf die „Werte“ öffentlich-rechtlicher Sender: „Sie leiten uns in allem, was wir tun, auch wenn das bedeutet, dass wir uns von einer Veranstaltung zurückziehen, die uns sehr am Herzen liegt.“

Hintergrund des Streits ist die Teilnahme Israels am ESC. Die Niederlande und andere Länder hatten den Ausschluss Israels gefordert, weil die israelische Armee im Gaza-Krieg militärisch vorgeht. Ausgelöst worden war der Krieg durch den Überfall der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Beim ESC in Wien boykottierten die Niederlande den Wettbewerb gemeinsam mit vier weiteren Ländern, darunter Spanien.

ESC-Direktor hofft auf niederländischen Beitrag

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) als Veranstalterin hatte Mitte August 2026 eine neue Regel eingeführt: Länder im Kriegszustand dürfen den ESC künftig nicht mehr ausrichten. Avrotros hält das jedoch nicht für ausreichend. Aus Sicht des Senders könne nicht garantiert werden, dass mit den neuen Regeln „der unabhängige und neutrale Charakter des Eurovision Song Contests wiederhergestellt werden kann.“

ESC-Direktor Martin Green erklärte, er bedauere und respektiere die Entscheidung von Avrotros. Nach Angaben von Green wollen die Organisatoren nun prüfen, ob ein anderer niederländischer Sender einspringen und einen Beitrag für 2027 einreichen könne. „Wir hoffen sehr, dass die Zuschauer und Künstler in den Niederlanden weiterhin im Eurovision Song Contest vertreten sein können“, so Green.

Die 71. Ausgabe des Wettbewerbs findet am 15. Mai 2027 in der bulgarischen Küstenstadt Burgas statt. Den Sieg in Wien hatte die bulgarische Sängerin Dara mit ihrem Lied „Bangaranga“ errungen.

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