Abo-Trick
Verbraucherschützer warnen vor dieser Falle beim Check-in
06.05.2026 – 13:32 UhrLesedauer: 3 Min.
Für viele Reisende gehört der Online-Check-in längst zur Routine. Doch Verbraucherschützer warnen: Hinter vermeintlich günstigen Zusatzdiensten können sich teure Abonnements verbergen.
Sitzplatz auswählen, online einchecken, Bordkarte erhalten – was früher direkt über die Airline lief, übernehmen inzwischen oft externe Anbieter. Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland beobachtet dabei ein wachsendes Problem. Viele Nutzer merken gar nicht, dass sie nicht mit der Fluggesellschaft selbst, sondern mit einem Drittanbieter einen Vertrag abschließen.
Besonders kritisch sehen die Verbraucherschützer Billigangebote, die zunächst harmlos wirken. Häufig werben Anbieter mit einem Online-Check-in für nur einen Euro. Doch genau dieser günstige Einstieg kann teuer werden, so die Experten.
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Aus einem Euro werden plötzlich 79 Euro
Nach Angaben des EVZ berichten Verbraucher wiederholt, dass kurz nach der Buchung deutlich höhere Beträge vom Konto abgebucht werden. Teilweise geht es um rund 79 Euro. Dahinter steckt oft ein kostenpflichtiges Abonnement, das Nutzer beim Abschluss unbeabsichtigt mitaktiviert haben, so das Verbraucherzentrum.
Hinzu kommt: Manche Betroffene klagen darüber, dass die versprochene Leistung trotz zusätzlicher Kosten gar nicht oder nur unvollständig erbracht wurde. „Sobald aus einem Euro plötzlich 79 Euro werden, ist die Kosten- und Vertragsinformation für Verbraucher offensichtlich nicht klar genug“, sagt Malina Garcia, Juristin beim EVZ.

Viele Beschwerden tauchen nicht offiziell auf
Dem Verbraucherzentrum liegen eigenen Angaben nach bereits zahlreiche Beschwerden vor. Die tatsächliche Zahl der Betroffenen dürfte nach Einschätzung der Verbraucherschützer aber deutlich höher sein, denn viele Verbraucher versuchen zunächst, das Problem selbst zu lösen, heißt es. Einige Unternehmen reagieren offenbar mit Teil-Erstattungen oder bieten an, das laufende Abo zu beenden. Für viele Betroffene reiche das offenbar aus, um den Fall abzuschließen.
Besonders problematisch wird die Situation laut den Experten auf Smartphones. Dort erscheinen Hinweise zu Kosten, Laufzeiten oder Vertragspartnern oft nur verkürzt oder versteckt. Viele Nutzer gehen deshalb davon aus, direkt bei der Airline einzuchecken. Erst wenn zusätzliche Abbuchungen auftauchen, bemerken sie den zwischengeschalteten Anbieter. Dabei gilt eigentlich eine klare Regel. „Wer Geld verlangt, muss den vollständigen Betrag beim Bestellbutton unmissverständlich deutlich machen“, betont Garcia.
Probleme zeigen sich oft erst später
Im Alltag fällt der Unterschied zwischen Airline und Drittanbieter zunächst oft gar nicht auf. Kommt es jedoch zu Änderungen beim Flug, entstehen schnell Nachteile. Verschiebt sich etwa die Abflugzeit oder vergibt die Airline Sitzplätze neu, erhalten Kunden der Fluggesellschaft solche Informationen meist direkt per App oder E-Mail. Wer den Check-in über einen externen Anbieter erledigt hat, muss Informationen dagegen häufig selbst suchen.
Auch bei der Recherche stoßen Verbraucher laut EVZ schnell an Grenzen. Auf Bewertungsplattformen finden sich teilweise mehrere Profile mit leicht unterschiedlichen Namen zum selben Anbieter. Dadurch lässt sich oft schwer erkennen, welche Bewertungen tatsächlich zusammengehören und wie seriös ein Anbieter wirklich ist.









