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Home » Ökonomen warnen vor schwerem Fehler
Wirtschaft

Ökonomen warnen vor schwerem Fehler

MitarbeiterBy MitarbeiterJuni 16, 2026
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Ökonomen warnen vor schwerem Fehler

„Verfrüht“, „Falsch“, „Abgewürgt“

Macht die EZB einen Fehler?


16.06.2026 – 11:53 UhrLesedauer: 5 Min.

EZB-Präsidentin Christine LagardeVergrößern des Bildes

Die Euro-Währungshüter sind entschlossen, die Inflation im Zaum zu halten. (Archivbild) (Quelle: Michael Brandt/dpa/dpa-bilder)

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Höhere Zinsen sollen die Preise bremsen und die Inflation zurück auf zwei Prozent bringen. Viele Ökonomen fürchten jedoch, dass die Rechnung diesmal nicht aufgeht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in der vergangenen Woche den Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Die Entscheidung fiel einstimmig. Als Begründung verwies die Notenbank auf die Inflation im Euroraum, die im Mai bei 3,2 Prozent lag.

Die Währungshüter der EU befürchten, dass das weltweite Ölangebot durch die politischen Spannungen im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus dauerhaft sinken könnte. Wenn ein Gut knapper wird, steigen bei gleichbleibender Nachfrage normalerweise die Preise – und damit die Inflation.

Doch viele Ökonomen bezweifeln, dass höhere Zinsen einen energiebedingten Preisschub überhaupt wirksam bekämpfen können. Hat die EZB die Lage falsch eingeschätzt?

Experten warnen: Höhere Zinsen schaffen kein neues Öl

Normalerweise sollen höhere Zinsen die Nachfrage bremsen. Kredite werden teurer, Unternehmen investieren weniger, und Verbraucher halten sich mit größeren Anschaffungen zurück. Dadurch sinkt die Nachfrage und der Preisdruck lässt nach.

EZB-Gebäude in Frankfurt
EZB-Gebäude in Frankfurt (Quelle: imago-images-bilder)

Auftrag der EZB

Die Europäische Zentralbank hat den gesetzlichen Auftrag, die Inflation mittelfristig bei rund zwei Prozent zu halten. Andere Ziele wie Wirtschaftswachstum oder die Lage einzelner Mitgliedstaaten sind diesem Auftrag untergeordnet.

Im aktuellen Fall liegt die Ursache der Inflation auf der Angebotsseite. Auslöser waren der Konflikt mit dem Iran und die Blockade der Straße von Hormus. Laut Lena Dräger vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) könnten höhere Zinsen in Europa weder die Lieferketten reparieren noch die Ölförderung erhöhen. Eine Zinserhöhung werde den Ölpreis nicht senken.

Zudem gilt Energie als unverzichtbar: Unternehmen müssen ihre Maschinen betreiben, Speditionen ihre Lkw bewegen, und Pendler zur Arbeit fahren. Niemand werde weniger tanken, nur weil die EZB den Leitzins erhöht hat. Die Nachfrage nach Energie lasse sich durch höhere Zinsen deshalb kaum bremsen.

Die Folge seien stattdessen Belastungen für die Wirtschaft. Zwar argumentiert die EZB, dass eine wirtschaftliche Abkühlung der Preis sei, den man für stabile Preise zahlen müsse. Doch gerade Deutschland kämpft bereits mit einer schwachen Konjunktur.

Unternehmen, die gleichzeitig hohe Energiekosten und steigende Finanzierungskosten schultern müssen, geraten stärker unter Druck. Im schlimmsten Fall drohen Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste. Ökonomen sprechen in diesem Zusammenhang von Stagflation – einer Kombination aus stagnierender Wirtschaft und gleichzeitig hoher Inflation.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Zinserhöhungen wirken nicht sofort. Oft dauert es Monate, bis sie die Wirtschaft vollständig erreichen. Sollte sich ein geopolitischer Konflikt rasch entspannen, könnte die Zinserhöhung genau dann bremsend wirken, wenn das eigentliche Problem längst verschwunden ist.

imago images 0855786042Vergrößern des Bildes
Preistafel an einer HEM-Tankstelle (Achivfoto): Viele Pendler auf dem Land haben kaum Alternativen zum Auto – höhere Zinsen ändern nichts daran, dass sie täglich zur Arbeit fahren und tanken müssen. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago)
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