Enttäuschendes Ergebnis
Fahrradhelme im Test: Kaum einer ist „gut“
03.07.2026 – 12:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein neuer Test der Stiftung Warentest zeigt Schwächen bei beliebten Fahrradhelmen. Selbst Modelle mit Hightech-Schutzsystem enttäuschen beim Unfallschutz.
Ein Fahrradhelm kann bei einem Sturz schwere Verletzungen verhindern. Doch nicht alle schaffen das gleichermaßen gut, zeigt ein aktueller Test der Stiftung Warentest: Nur drei von 14 City-Fahrradhelmen für Erwachsene bieten einen guten Unfallschutz. Viele bekannte Marken schaffen in dieser Disziplin nur ein „Befriedigend“ – ein Helm fällt sogar komplett durch.
Gurtverschluss bricht im Belastungstest
Das Schlusslicht im Test ist der Casco E.Motion 2. Er erhielt die Note 5,5 („Mangelhaft“), weil der Gurtverschluss sowohl im Belastungs- als auch im Abstreiftest brach. Im schlimmsten Fall könnte der Helm dadurch bei einem Sturz vom Kopf rutschen – und dann kaum noch schützen. Probleme zeigte auch der Giro Fixture Mips II. Bei ihm ließ sich der Helm im Test nach hinten vom Prüfkopf abstreifen.
Mips ist kein Freifahrtschein für mehr Sicherheit
Viele Fahrradhelme werben mit Mips (steht für „Multi-Directional Impact Protection System“ beziehungsweise mehrdimensionales Aufprallschutzsystem) oder ähnlichen Systemen, die Rotationskräfte bei einem Sturz verringern sollen. Der Test zeigt jedoch: Allein diese Technik sagt wenig über den tatsächlichen Unfallschutz aus. Von den getesteten Helmen mit Mips- oder Kineticore-System erreichte nur der Alpina Gent Mips ein gutes Ergebnis. Die übrigen Modelle kamen beim Unfallschutz nicht über ein „Befriedigend“ hinaus.
Gute Helme gibt es schon ab 90 Euro
Wer einen gut schützenden Helm sucht, muss laut Stiftung Warentest nicht zwangsläufig besonders viel ausgeben. Das günstigste Modell mit gutem Unfallschutz ist der Limar Torino für rund 90 Euro.
Entscheidend ist aber nicht nur das Testergebnis. Ein Helm sollte immer gut sitzen. Ist er zu locker oder verrutscht, kann er seine Schutzwirkung im Ernstfall nicht vollständig entfalten.
Auch die Sichtbarkeit spielt eine Rolle. Mehrere Helme im Test – darunter Modelle von Lazer, Giro und Cube – haben weder ein integriertes Licht noch Reflektoren. Auffällige Farben wie Neongelb können zusätzlich dazu beitragen, dass Radfahrer im Straßenverkehr früher gesehen werden.
So hat die Stiftung Warentest geprüft
Der Unfallschutz machte mit 55 Prozent den größten Teil der Gesamtwertung aus. Dafür simulierten die Tester mit einem Computerkopfmodell verschiedene Sturzsituationen. Die Helme prallten mit knapp 20 km/h auf einen flachen Untergrund und mit 21,6 km/h auf eine um 45 Grad geneigte Fläche. Sensoren erfassten dabei sowohl die Stoßdämpfung als auch die Rotationskräfte, die auf das Gehirn wirken.









