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Der Israeli Noam Bettan sicherte sich beim Eurovision Song Contest 2026 den zweiten Platz, obwohl mehrere Länder die Veranstaltung wegen der Teilnahme Israels unter Berufung auf den Gaza-Krieg boykottierten.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gratulierte Bettan zu seinen Bemühungen und sagte ihm, dass er die „Dankbarkeit der gesamten Nation“ habe, lobte ihn aber auch dafür, dass er „diesen hohlen verbalen Schimpftiraden standhaft standgehalten“ habe.
Die Vorbereitungen für den diesjährigen Wettbewerb konzentrierten sich weitgehend auf die Kontroverse um den Beitritt Israels. Fünf Nationen – Spanien, Irland, die Niederlande, Slowenien und Island – zogen sich aus Protest zurück.
Es war der größte politische Boykott, den die Show je erlebt hat.
Die Europäische Rundfunkunion gab im Dezember bekannt, dass sie beschlossen habe, Israel den Verbleib im Wettbewerb zu gestatten, trotz des zunehmenden Drucks, das Land wegen des Konflikts in Gaza auszuschließen, und der Vorwürfe, die israelische Regierung habe bei früheren Ausgaben der Veranstaltung die Abstimmung beeinflusst. Israel wurde 2025 ebenfalls Zweiter.
Die EBU änderte ihre Regeln nach dem Eurovision-Finale im letzten Jahr und verbot Rundfunkveranstaltern und Teilnehmern die Beteiligung an Werbekampagnen Dritter, einschließlich Regierungen.
Am Samstag sagte der belgische Sender VRT, er erwäge, nicht am Eurovision-Wettbewerb im nächsten Jahr teilzunehmen.
„Aus heutiger Sicht besteht kaum eine Chance, dass VRT nächstes Jahr einen Künstler entsendet“, sagte Sprecherin Yasmine Van der Borght und forderte gleichzeitig eine Abstimmung darüber, welche Länder teilnehmen können.
„Wir erwarten von der EBU ein klares Statement gegen Krieg und Gewalt und für die Achtung der Menschenrechte“, fügte Van der Borght hinzu.
Bulgarien gewann die 70. jährliche Ausgabe des Wettbewerbs, der am Samstagabend in der Wiener Stadthalle zu Ende ging, mit seinem Lied „Bangaranga“ souverän, während der israelische Kandidat Bettan mit „Michelle“ den zweiten Platz belegte.
Bettan wurde während des Auftritts sowohl mit Jubel als auch mit Buhrufen begrüßt. Vor dem großen Finale hatten sich auch mehrere hundert Demonstranten in der Nähe des Veranstaltungsortes versammelt.
Die österreichischen Behörden hielten die Straßen rund um die Stadthalle offen, behielten die Demonstration aber auf ihrem Weg durch die Hauptstadt aufmerksam im Auge.
Im Laufe der Woche wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft und Polizisten aus ganz Österreich eingesetzt.










