Es gibt einem zumindest nicht unbedingt Sicherheit, wenn das ganze Land darüber diskutiert, ob jemand anderes im Tor stehen sollte. Das bedeutet im Grunde, dass die Leute mit dir unzufrieden sind, und das kann einem kein gutes Gefühl für eine Weltmeisterschaft geben. Oliver Baumann hat das meines Erachtens nicht verdient, weil er in der Nationalmannschaft hervorragende Leistungen gezeigt hat und in der Liga ein sehr konstanter Torwart ist. Auf der anderen Seite kann ich das Misstrauen in gewisser Weise auch verstehen.
Weil Deutschland eine Torhüternation ist. Deutschlands Nummer eins hat in der Vergangenheit eigentlich immer bei einem Top-Verein gespielt und war auch auf Klubebene international vertreten. Das ist bei Oliver Baumann einfach nicht der Fall. Im letzten Jahr hat er mit Hoffenheim noch gegen den Abstieg gespielt. Zur Wahrheit gehört eben auch, dass er in seiner Karriere keine zehn Champions-League-Spiele gemacht hat. Wahrscheinlich ist auch das einer der Hauptgründe, warum es die Torhüterdiskussion überhaupt gibt.
Bei der WM 2026 sind deutlich mehr Schiedsrichter und Assistenten dabei als noch in Katar, die Zahl der Frauen hat sich aber nicht verändert. Fifa-Schiedsrichterdirektor Pierluigi Collina sprach jedoch von einem sich fortsetzenden Trend. Betreibt der Weltverband lediglich Symbolpolitik?
Das kann man aus dem Blickwinkel der reinen Anzahl so interpretieren. Aber es gibt auch eine andere Perspektive. Bei der Fifa ist, meine ich, Bibiana Steinhaus-Webb dafür zuständig, welche Schiedsrichterinnen für die WM nominiert werden. Sie ist eine absolute Expertin, hat einen guten Blick auf das Ganze. Am Ende muss einer Frau zugetraut werden, auf dieser großen Bühne zu pfeifen, erst recht, wenn sie dabei ständig mit Sexismus konfrontiert wird. Damit muss eine Schiedsrichterin bei einer WM wohl oder übel umgehen können.
Würden Sie die Einführung einer Frauenquote für Schiedsrichterinnen bei einer WM oder in der Bundesliga befürworten?










