Billiger tanken

Experten halten ihn für falsch – neuer Tankrabatt gestartet


Aktualisiert am 01.10.2026 – 05:24 UhrLesedauer: 3 Min.

Ab heute gilt in Deutschland erneut ein sogenannter Tankrabatt. (Archivbild) (Quelle: Julius-Christian Schreiner/dpa/dpa-bilder)

Für drei Monate reduziert der Bund die Steuern auf Sprit. Wirtschaftsforscher halten die Maßnahme für verfehlt.

Seit Mitternacht gilt der zweite Tankrabatt in diesem Jahr. Eine für drei Monate geltende Absenkung der Energiesteuern soll eine Entlastung von 16,7 Cent pro Liter Benzin oder Diesel bringen. Wie vollständig sie an die Verbraucher weitergegeben wird, wird sich in den nächsten Stunden und Tagen zeigen. Es gibt keine direkte Verpflichtung der Tankstellen, die Preise zu senken.

Die Regel gilt zwar nur für Kraftstoff, der ab Mitternacht Tanklager oder Raffinerien verlassen hat, es wird aber erwartet, dass die Preise an den meisten Tankstellen bereits ab Mitternacht deutlich fallen. So war dies auch bei den beiden bisherigen Tankrabatten im Mai und Juni beziehungsweise im Jahr 2022. Zudem war Sprit bereits am Dienstag und Mittwoch billiger geworden.

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) hat angekündigt, dass der Rabatt bereits ab Mitternacht weitergegeben werde. Der ADAC ist hier skeptischer. „Die Preise werden sukzessive zurückgehen“, sagte Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer im Vorfeld. „Wir fordern eine vollständige und möglichst schnelle Weitergabe, es ist aber zu befürchten, dass es Mitnahmeeffekte gibt, der Steuerrabatt also nicht komplett beim Autofahrer ankommt.“

Die Bundesregierung hatte den Tankrabatt als Reaktion auf die extrem hohen Spritpreise auf den Weg gebracht. Der September war der mit Abstand teuerste Tankmonat bisher. Das hat sich sogar in der Inflation niedergeschlagen.

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Wirtschaftsinstitute halten Tankrabatt für falsch

Der Tankrabatt ist umstritten. Zwei renommierte Wirtschaftsinstitute in Deutschland kritisieren ihn etwa als falsch. „Dass viele Autofahrer die hohen Spritpreise als große Belastung empfinden, ist nachvollziehbar“, teilte etwa der Chef des Ifo-Instituts in München, Clemens Fuest, mit. „Der Tankrabatt ist darauf jedoch nicht die richtige Antwort.“ Er bewirke eine Umverteilung zugunsten der Vielfahrer mit großen Autos.

„Darunter sind viele, die sich die hohen Preise leisten können und bei denen es nicht zu rechtfertigen ist, dass zu ihren Gunsten Lasten umverteilt werden“, betonte Fuest. Wenn die Politik bestimmte Gruppen entlasten wolle, etwa Berufspendler mit langen Arbeitswegen, sollte sie das mit zielgenaueren Instrumenten tun, etwa mit einer Erhöhung der Pendlerpauschale.

„Hinzu kommt, dass der Tankrabatt nur begrenzte Wirkung hat. Bei 1.000 Kilometern im Monat und sechs Litern Verbrauch spart man zehn Euro pro Monat.“ Gesamtwirtschaftlich entstünden aber mit 2,5 Milliarden Euro spürbare Kosten. Dieses Geld könne besser eingesetzt werden, teilte Fuest weiter mit.

Der dritte Tankrabatt nach 2022 und den Monaten Mai und Juni soll die Preise an den Zapfsäulen drücken. (Archivbild) (Quelle: Sina Schuldt/dpa/dpa-bilder)
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