Hamburger Investor
„Die Millionenidee“: Ralf Dümmel mit neuer Sendung auf Sat.1
dpa, Jonas Erik Schmidt, dpa
Aktualisiert am 08.11.2026 – 14:21 UhrLesedauer: 4 Min.
Bei „Die Höhle der Löwen“ ist „Mr. Regal“ Ralf Dümmel einer von mehreren Investoren. Nun bekommt er bei Sat.1 seine eigene Show. Zwischen Hodenhalter und Döner-Tee sucht er etwas ganz Großes.
Tiere soll man bekanntlich dort beobachten, wo sie sich am wohlsten fühlen. Für norddeutsche Unternehmer mit Hang zum Einstecktuch gilt das offenbar ebenso. Ralf Dümmel, in einschlägigen Kreisen auch „Mr. Regal“ genannt, ist in der ersten Szene seiner neuen Fernsehshow jedenfalls in seinem natürlichen Lebensraum zu sehen: einem gigantischen Regallager. „Ich weiß: Ganz Deutschland steckt voller Ideen“, verkündet er dort lächelnd. „Ich bin bereit!“ Botschaft: große Regale – große Worte.
Tatsächlich ist „Die Millionenidee“, das Format, das Dümmel da einläutet, aber auch ein ambitioniertes Unterfangen. Der 59-Jährige ist vor allem bekannt aus der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“, in der Menschen mit Geschäftsideen um Geld buhlen. Dümmel ist dort ein Investor unter mehreren – wenn auch ein sehr umtriebiger. So umtriebig, dass Fans bereits ein Verb dafür erfunden haben, wenn Dümmel mal wieder einen Deal eingeht. Dann „dümmelt“ es.
Bei Sat.1, wo am Sonntag (8. November, 18.15 Uhr) „Die Millionenidee“ startet, will er nun ganz allein neue Waren für den Wirtschaftskreislauf entdecken. Dümmel ist Zugpferd der Show – offiziell heißt sie sogar „Die Millionenidee – mit Ralf Dümmel“. Das hat schon Fallhöhe – mindestens die eines Hochregallagers.
Ein Mann, ein Regal, eine Mission
Auch muss erklärt werden, dass Dümmel nun nicht einfach mehr vom Selben macht. Auf den Gedanken könnte man ja kommen. „Viele hatten am Anfang die Befürchtung, dass ich nun einfach eine Art zweite Version der „Höhle der Löwen“ mache“, sagt er selbst. Das sei aber wahrlich nicht der Fall – die Sendung sei inhaltlich und konzeptionell „etwas völlig anderes“.
„Es fängt schon damit an, dass die Teilnehmer noch kein fertiges Produkt verkauft haben dürfen und eigentlich gar nicht den Wunsch hegen, Unternehmer zu werden“, sagt Dümmel der dpa. „Diese Menschen haben oft nur eine abstrakte Idee im Kopf und wüssten gar nicht, wie sie die vielen geschäftlichen Fragen bei einer normalen Gründung überhaupt beantworten sollten.“
In der Tat ist die Einstiegsschwelle bei „Die Millionenidee“ deutlich niedriger als in der Löwenhöhle. Es reicht eine Skizze. Mehr als 6.500 Menschen schickten so Ideen für die erste Staffel ein. Darunter waren auch allerhand kuriose Dinge – etwa eine Unterhose mit einem „höhenverstellbaren Hodenhalter“ und ein „Döner-Tee“. An Ideen mangelt es Deutschland offenbar wirklich nicht.
Möge die Millionenidee mit dir sein
Manches wird diskutiert, anderes aussortiert. Dümmels Urteil dann: „Das ist keine Millionenidee.“ Das klingt ein wenig wie Obi-Wan Kenobis berühmter Satz aus „Star Wars“, als der Jedi-Meister beim Anblick des Todessterns erklärt: „Das ist kein Mond – es ist eine Raumstation!“
Ein wenig wie ein Jedi-Meister wird auch der Dümmel in dem Format behandelt. Nicht selten wirken die Kandidaten, als hätten sie gerade weniger einen Geschäftsmann als vielmehr eine Erscheinung getroffen. Einen Kandidaten überrascht Dümmel mit einer Geburtstagstorte und einem Ständchen. Der sagt: „Ganzkörper-Gänsehaut. Abgefahren!“
Nie war Kapitalismus so snackbar
Man kann auch sagen: Die Formel für „Die Millionenidee“ ist tatsächlich anders als die der „Höhle der Löwen“. Manches erinnert an eine Castingshow, anderes an Comedy oder eine Doku-Soap. Nie war Kapitalismus so snackbar. Und tatsächlich ist der Unterschied: Es geht mehr um Erfinder als um durchkalkulierte Start-up-Unternehmer.