Schwitzen auf dem Wasser
Mit 90-Grad-Sauna: Besonderes Hausboot fährt auf der Elbe
06.11.2026 – 13:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine ehemalige Fähre bietet in Hamburg seit Oktober Platz für bis zu 14 Gäste. Bei passendem Wetter dürfen sie sogar selbst ans Steuer.
Erst in die Sauna, dann selbst ans Steuer: Auf dem Hamburger Saunahausboot „Martha“ können Gäste seit Oktober beides miteinander verbinden. Das frühere Fährschiff lässt sich für Gruppen mieten. Im Winter liegt es im Yachthafen Moorfleet an der Dove-Elbe. Bei geeignetem Wetter geht es von dort hinaus aufs Wasser.
Im Inneren heizt ein Holzofen die Sauna auf bis zu 90 Grad. Sechs Personen können gleichzeitig darin schwitzen, insgesamt finden 14 Gäste an Bord Platz. Zum Boot gehören außerdem ein Ruheraum, ein überdachtes Außendeck und eine kalte Dusche.

Gäste dürfen das Saunahausboot selbst steuern
Wer möchte, kann bei einer Fahrt über die Dove-Elbe sogar selbst das Steuer übernehmen. Ein Bootsführerschein ist dafür nicht erforderlich. Nach einer Einweisung darf eine volljährige Person das Boot steuern. Ein Guide bleibt während des gesamten Aufenthalts an Bord und unterstützt beim An- und Ablegen. Der elektrische Antrieb bringt „Martha“ auf rund zehn Kilometer pro Stunde.
Auch das Ankern ist am Winterstandort möglich. Ob das Boot tatsächlich ablegen kann, hängt allerdings vom Wetter und vom Tageslicht ab. Bei Dunkelheit, Eis oder stärkerem Wind bleibt es aus Sicherheitsgründen am Steg. Saunieren können die Gäste trotzdem.
Wie aus einer alten Fähre eine Sauna wurde
Früher transportierte „Martha“ Menschen und Fahrräder über den Main. Ihr damaliger Besitzer Uwe Bratz brachte das Schiff später nach Templin in Brandenburg. Ursprünglich wollte er es zu Wohnraum umbauen. Schließlich übernahm Hausboot Hafen Hamburg die Fähre und baute sie in der eigenen Werft zur schwimmenden Sauna um.

Die Idee dazu hat ihren Ursprung in Wilhelmsburg. Dort hatten engagierte Nachbarn nach dem Abriss des alten Hallenbads gegen den fehlenden Saunabereich im Neubau protestiert. Sie sammelten Spenden, kauften einen alten Wohnwagen und bauten ihn zur mobilen Sauna „Zunderbüchse“ um. Seit 2014 dient sie als nachbarschaftlicher Treffpunkt. Das Projekt inspirierte die Betreiber von „Martha“, eine Sauna auf dem Wasser zu schaffen. Von der ersten Idee bis zur Umsetzung vergingen nach ihren Angaben rund 13 Jahre.
Was kostet die schwimmende Sauna in Hamburg?
Seit Anfang Oktober 2026 ist „Martha“ buchbar. Für drei Stunden zahlen Gruppen mit bis zu sechs Personen mindestens 390 Euro. Der Grundpreis gilt auch, wenn weniger Gäste kommen. Ab der siebten Person fallen je nach Termin zusätzliche Kosten an. Ab der elften Person können weitere Gäste bis zur maximalen Gruppengröße von 14 Personen ohne zusätzlichen Aufpreis mitkommen. Eine sechsstündige Buchung kostet ab 750 Euro.