Spektakulärer Fund
Nasa entdeckt auf dem Mars Bausteine des Lebens
22.04.2026 – 12:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Mars-Rover „Curiosity“ hat auf dem Roten Planeten komplexe organische Moleküle entdeckt. Der Fund liefert Hinweise darauf, dass es dort die chemischen Voraussetzungen für Leben gegeben haben könnte.
Der Nasa-Rover „Curiosity“ hat auf dem Mars die bislang größte Vielfalt organischer Moleküle dort entdeckt. Wie die US-Weltraumagentur mitteilt, wurden bei einer Gesteinsanalyse 21 kohlenstoffhaltige Verbindungen entdeckt. Sieben davon seien erstmals auf dem Planeten nachgewiesen worden.
Die Nasa-Wissenschaftler können nicht eindeutig klären, ob die Moleküle biologischen Ursprungs oder Ergebnis geologischer Prozesse sind. Die Ergebnisse, die von den Forschern im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht wurden, bestätigen jedoch, dass auf dem frühen Mars chemische Bedingungen herrschten, die grundsätzlich Leben hätten ermöglichen können.
Die neue Probe stammt aus einer Region am Berg Mount Sharp, die vor Milliarden Jahren von Seen und Flüssen geprägt war. Das Gebiet wurde im Laufe der Zeit mehrfach überflutet und trocknete wieder aus. Dabei entstanden Tonminerale, die organische Moleküle besonders gut konservieren können.
Unter den entdeckten Stoffen befindet sich auch eine sogenannte Stickstoff-Heterozyklus-Verbindung. Diese Struktur gilt als möglicher Vorläufer von RNA und DNA – also von Molekülen, die für genetische Informationen entscheidend sind. Solche Verbindungen wurden auf dem Mars bisher weder direkt nachgewiesen noch in Marsmeteoriten bestätigt, wie die Hauptautorin der Studie, Amy Williams, von der University of Florida in Gainesville sagt.
Ein weiterer Fund ist laut der Forscher Benzothiophen, eine Verbindung aus Kohlenstoff und Schwefel, die auch in Meteoriten vorkommt. Wissenschaftler vermuten, dass solche Moleküle bereits im frühen Sonnensystem zur Entstehung präbiotischer Chemie beigetragen haben könnten.
Die Analysen wurden mit dem Instrument „Sample Analysis at Mars“ (SAM) durchgeführt, einem Minilabor im Inneren des Mars-Rovers. Gesteinsproben werden dabei erhitzt, sodass Gase freigesetzt und anschließend untersucht werden können. Zusätzlich kommt eine chemische Lösung zum Einsatz, die größere Moleküle in kleinere Bestandteile zerlegt.
Um die Ergebnisse zu überprüfen, testeten die Wissenschaftler das Verfahren auch an einem bekannten Marsmeteoriten auf der Erde. Dabei entstanden ähnliche Moleküle wie in der Probe auf dem Mars.
Die Ergebnisse bauen auf früheren Entdeckungen auf, bei denen bereits größere organische Moleküle auf dem Mars gefunden wurden. Sie zeigen, dass solche Verbindungen trotz starker Strahlung auch über Milliarden Jahre hinweg erhalten bleiben können.










