K.-o.-Runde bei der WM

Fällt Nagelsmann diese zwei Jahre alte Aussage auf die Füße?


28.06.2026 – 14:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Julian Nagelsmann: Die DFB-Elf zählt nicht zu den Top-Favoriten auf den WM-Titel. (Quelle: Bahho Kara/imago)

Zu den Titelfavoriten der aktuellen WM gehört die DFB-Elf nach der Gruppenphase eher nicht. Dabei träumte Julian Nagelsmann vor zwei Jahren schon vom ganz großen Erfolg.

Es war ein Stimmungsdämpfer zur Unzeit: Die schwache Leistung der deutschen Nationalmannschaft bei der 1:2-Niederlage gegen Ecuador hat die Zweifel an der Leistungsfähigkeit der deutschen Nationalmannschaft wachsen lassen.

Dabei hatte Julian Nagelsmann nach dem unglücklichen EM-Aus 2024 noch vom WM-Titel gesprochen. Dort sagte er auf der Pressekonferenz nach der 1:2-Niederlage gegen Spanien: „Traurig ist, dass eine Heim-EM in meiner Karriere wohl auch nicht mehr kommt. Das tut weh. Und auch, dass man zwei Jahre warten muss, bis man Weltmeister wird.“ Nach der Reaktion im Presseraum versuchte er, diese Aussage zumindest etwas wieder einzufangen. „Was soll ich jetzt sagen? Dass wir in der Vorrunde ausscheiden wollen?“ Der WM-Titel sei das Ziel jeder Nation.

t-Online-Kolumnist Stefan Effenberg war zunächst Fan dieser direkten Ansage des Bundestrainers. „Ich hätte es vielleicht als Spieler auch gesagt, wäre ich Spieler gewesen“, erzählt der Ex-Nationalspieler im t-online-Podcast „Julian Nagelsmann – The Youngest One“. Zudem sagt er: „Dadurch bist du vielleicht nicht so sympathisch, aber wir reden von der deutschen Nationalmannschaft.“ Dennoch warnt Effenberg den DFB-Coach: „Er muss wissen, dass er daran gemessen wird.“ Und aktuell traut man der deutschen Mannschaft den Titel eher nicht zu.

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WM-Titel: Hat Nagelsmann dieses Wort bewusst nicht genutzt?

Medien- und Kommunikationsexperte Holger Schmidt erkennt aufgrund eines Verbs sogar eine Zweideutigkeit in der Aussage. „Er hat in dem Moment vielleicht auch bewusst nicht „wollen“ gesagt, sondern bis man Weltmeister ‚wird'“. Dadurch habe die Aussage nicht mehr die letzte Ernsthaftigkeit. Gleichzeitig habe er damit eine gewisse Aufbruchstimmung vermittelt.“

Doch auch davon ist knapp zwei Jahre später und trotz zweier Siege in drei Gruppenspielen aktuell wenig zu spüren. Dennoch: Ein Weiterkommen im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (Montag ab 22.30 Uhr im Liveticker bei t-online) ist Pflicht. In einem möglichen Achtelfinale würden dann die übermächtig wirkenden Franzosen warten.

„Jetzt geht es darum, das nächste Spiel gut anzugehen, da alles reinzulegen, um zu gewinnen und die nächste Runde zu erreichen“, machte Julian Nagelsmann bereits klar. Über einen möglichen WM-Titel spricht aktuell niemand mehr – nicht mal aus Spaß.

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