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Home » Nach der Ölkrise droht nun ein Öl-Überangebot
Wirtschaft

Nach der Ölkrise droht nun ein Öl-Überangebot

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 5, 2026
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Nach der Ölkrise droht nun ein Öl-Überangebot

Wegen der Straße von Hormus

Nach der Ölkrise droht nun ein Überangebot

05.07.2026 – 10:43 UhrLesedauer: 2 Min.

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Öl-Pumpen: Es droht ein Überangebot. (Quelle: Nic Coury/dpa)

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Auf dem Ölmarkt wächst die Sorge vor einem Überangebot. Mehrere Lieferquellen kommen gleichzeitig zurück, während China als wichtiger Käufer weiter zurückhaltend bleibt.

Auf dem Ölmarkt droht ein Überangebot. Wie die Agentur Bloomberg berichtet, kommt derzeit deutlich mehr Öl auf den Markt: wieder freigegebene Lieferungen aus der Golfregion, zusätzliche Exporte aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie wieder verfügbares iranisches Öl. Zugleich kauft China weiter deutlich weniger Rohöl als vor dem Krieg. Der Preis für ein Barrel der wichtigen Nordsee-Ölsorte Brent ist seit seinem Hoch Ende April um 43 Prozent gefallen.

Auslöser ist das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran, das eine Wiederöffnung der Straße von Hormus vorsieht. Durch diese wichtige Schifffahrtsroute wird ein großer Teil des Öls aus der Golfregion transportiert. Nach der Vereinbarung seien mehr als 60 Millionen Barrel Öl auf den Markt gekommen, die seit Kriegsbeginn festsaßen.

  • Kaufen oder warten? Heizölpreise ziehen deutlich an
  • Neue Initiative: Paris und London wollen Straße von Hormus mit Oman absichern

Hinzu kommt: Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate liefern dem Bericht zufolge wieder etwa so viel Öl aus wie vor dem Krieg. Iranisches Öl kann nach US-Sanktionsausnahmen ebenfalls wieder gekauft werden. Zugleich fließen weiter Millionen Barrel aus strategischen Reserven der USA. Diese Freigaben waren ursprünglich beschlossen worden, um die Versorgung in der Krise zu stabilisieren. Nun erhöhen sie das Angebot zusätzlich.

Mehr Angebot, weniger Käufer

Das zusätzliche Öl trifft auf einen Markt, der sich während des Krieges an geringere Lieferungen angepasst hat. China habe seine Käufe stark reduziert und importiere rund fünf Millionen Barrel pro Tag weniger als vor dem Krieg.

Die Folgen zeigen sich in Preisen und Handelsströmen. In den USA, Europa und Asien kosten wichtige Terminkontrakte für spätere Öllieferungen derzeit mehr als kurzfristige Lieferungen. Eine solche Marktstruktur kann Händler dazu bewegen, Öl einzulagern, weil sich der Verkauf zu einem späteren Zeitpunkt eher lohnt. Gleichzeitig suchen einzelne Lieferungen ungewöhnlich weit entfernte Käufer: Öl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wird laut Bloomberg bis in die USA angeboten, ein Tanker mit venezolanischem Rohöl wartet seit mehr als zwei Wochen vor Indien auf einen Käufer.

Ob das Überangebot anhält, hängt vor allem von drei Faktoren ab: der Stabilität des Abkommens, der Förderpolitik von Opec+ und der Nachfrage aus China. Opec+ ist ein Zusammenschluss wichtiger Förderländer um Saudi-Arabien und Russland, die ihre Ölproduktion regelmäßig abstimmen. Einige Analysten gehen davon aus, dass der Effekt der zuvor blockierten Ölbestände nur vorübergehend ist.

Zudem sollen die Freigaben aus strategischen Reserven nach Angaben der Internationalen Energieagentur bald stark zurückgehen. Für Opec+ könnte sich damit die Frage stellen, ob die Gruppe ihre Produktion wieder begrenzen muss, um die Preise zu stützen.

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