Tragödie in Hitze-Auto
Mutter parkte vor Kita – und vergaß ihre Tochter
19.06.2026 – 08:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein 20 Monate altes Mädchen ist tot, nun werden immer mehr Details bekannt. Erklären Studien eines Forschers, wie die Mutter ihre Tochter vergessen konnte?
Nach dem Tod eines bei Hitze im Auto zurückgelassenen Kindes in Schorndorf bei Stuttgart wird allmählich klar, was wohl geschehen ist: Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, parkte die Mutter den Wagen am Mittwoch vor der Kita des Kindes, vergaß dann aber ihre Tochter im Kindersitz und ging zur Arbeit.
Als sie am Nachmittag von der Arbeit kam, wollte sie der Zeitung zufolge das 20 Monate alte Kleinkind aus der Kita abholen – und realisierte erst in der Einrichtung, was geschehen war. Panisch soll sie zum Auto gerannt sein. Aber zu diesem Zeitpunkt war es längst zu spät, das Kind tot. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln jetzt wegen fahrlässiger Tötung gegen die Frau, äußern sich aber auf Nachfrage nicht zu Details.
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Stress, veränderte Routinen: Darum vergessen Eltern ihre Kinder
US-Psychologieprofessor David M. Diamond forscht seit rund 20 Jahren zum Vergessenen-Baby-Syndrom und gilt als Begründer des Begriffs. Laut ihm vergessen Eltern während Autofahrten immer wieder zeitweise, dass ihr Kind mit an Bord ist. Besonders häufig passiere das, wenn der Nachwuchs im Wagen eingeschlafen ist.
Laut seinen Studien können Stress, Schlafmangel oder veränderte Routinen Auslöser für das Vergessen des Kindes sein. Im Gehirn entstehe etwa eine falsche Erinnerung daran, das Kind wie üblich im Kindergarten abgegeben zu haben, weil Routinehandlungen wie die Fahrt zur Arbeit quasi per Autopilot absolviert würden.
So schnell wird Hitze in Autos lebensgefährlich
In Stuttgart wurden am Mittwochnachmittag Höchsttemperaturen knapp unter 30 Grad gemessen. Schorndorf liegt rund 30 Kilometer östlich im Speckgürtel der baden-württembergischen Landeshauptstadt.
Ein in direkter Sonne geparktes Auto heizt sich enorm schnell auf. Die Temperatur im Inneren wird dadurch in kurzer Zeit lebensbedrohlich. Bei hochsommerlichen 30 Grad Außentemperatur erhitzt sich das Wageninnere nach einer Stunde bereits auf 56 Grad. „Auch ein leicht geöffnetes Seitenfenster kann den Hitzestau im Fahrzeug nicht verhindern“, warnt der ADAC.










