Stundenlanger Einsatz
Mutmaßlicher Kriegsverbrecher auf Kreuzfahrtschiff festgenommen
22.04.2026 – 17:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein mutmaßlicher Mörder und Kriegsverbrecher lebt jahrelang unter falscher Identität – und heuert auf einem Kreuzfahrtschiff an. Dann klicken die Handschellen.
Ein gesuchter serbisch-kroatischer mutmaßlicher Kriegsverbrecher ist an Bord eines Kreuzfahrtschiffs in Italien festgenommen worden. Wie die Zeitungen „Corriere della Sera“ und „La Repubblica“ berichteten, wurde der 58-jährige Milan B. im Hafen von Civitavecchia festgesetzt. Er hatte demnach unter falscher Identität an Bord eines Kreuzfahrtschiffs von MSC Cruises angeheuert.
Zu der Festnahme kam es bereits am Ostersonntag – öffentlich wurde sie aber erst jetzt. Den Berichten zufolge gingen in zivil gekleidete Grenzschutzbeamte an Bord des Kreuzfahrtschiffs. Daraufhin sei B. geflüchtet und habe sich im Maschinenraum versteckt. Nach mehreren Stunden konnten die Beamten den Gesuchten dann fassen.
B. soll in den Jugoslawienkriegen gekämpft haben
Milan B. war laut „Corriere della Sera“ in den 1990er Jahren als Söldner in den Jugoslawienkriegen aktiv, zuerst auf Seite der Kroaten, später auf der der Serben. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, einen kranken, älteren Mann im Schlaf mit einer Kalaschnikow getötet zu haben. Außerdem soll er an einem Massenmord beteiligt gewesen sein. Gegen ihn lag ein internationaler Haftbefehl vor.
Serbien und Kroatien forderten die Auslieferung des 58-Jährigen, wie die „La Repubblica“ weiter berichtete. Ein Gericht in Rom müsse nun darüber entscheiden. Bislang soll sich der mutmaßliche Kriegsverbrecher selbst nicht geäußert haben.
Civitavecchia liegt knapp 70 Kilometer nordwestlich von Rom und hat rund 50.000 Einwohner. Sie ist die bedeutendste Hafenstadt in der Region Latium und gilt als beliebtes Ziel großer Kreuzfahrtschiffe.











