Am Stachus

Stadtrat verärgert: Münchner Kultkino darf abgerissen werden

13.10.2026 – 05:10 UhrLesedauer: 1 Min.

Eingang zur Mathäser Passage unweit des Stachus (Archivbild): In dieser befindet sich Münchens größtes Kino. (Quelle: imago stock&people)

Die Lokalbaukommission hat grünes Licht für den Neubau am Stachus gegeben. Im Stadtrat sorgt das für Unmut – Fraktionen hatten Mitsprache gefordert.

Die Münchner Lokalbaukommission hat einen Bauvorbescheid erteilt, der den Abriss des Mathäser-Filmpalasts am Stachus ermöglicht. Auf dem Grundstück an der Bayerstraße soll ein neues Quartier mit Büros, Wohnungen, Einzelhandel und Kulturflächen entstehen. Eigentümerin ist eine Tochterfirma der Zurich Versicherung; zuerst berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Nach Angaben der Zeitung soll der Bauvorbescheid bereits im April erteilt worden sein.

Die Behörde teilte mit, der Antrag der Zurich Immobilien mit Sitz in Köln sei „im üblichen zeitlichen Rahmen vergleichbarer Verfahren geprüft worden“ und „überwiegend positiv“ beschieden worden. Welche Teile abgelehnt wurden, nenne man „aus Gründen des Datenschutzes“ nicht. Der Vorbescheid ist rechtsverbindlich und gilt als Vorstufe zur Baugenehmigung.

Baustart ist wohl nicht vor 2030 vorgesehen

In mehreren Stadtratsfraktionen gab es Kritik am Vorgehen und am möglichen Verlust des Kinos. Nach Angaben der Lokalbaukommission hätten für eine Veränderungssperre die rechtlichen Voraussetzungen nicht vorgelegen; zudem habe die Politik rechtlich keinen Einfluss darauf, ob ein Vorbescheid erteilt werden müsse.

Zurich äußerte sich zum Zeitplan zurückhaltend und verwies auf „in einzelnen Punkten Klärungs- und Anpassungsbedarf“. Man prüfe, „ob und wann ein Neubau umgesetzt werden kann“; ein Baustart sei „nicht vor den 2030er-Jahren vorgesehen“. Der Mietvertrag mit dem Kinobetreiber Kinopolis aus Darmstadt läuft noch bis 2033.

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