Krise im Nahen Osten

Autofahrern droht der nächste Engpass


13.05.2026 – 14:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Basis für den Nahverkehr: Ohne bestimmte Öle wird es ruhig auf Europas Straßen. (Quelle: imago-images-bilder)

Die Golfregion liefert fast drei Viertel eines wichtigen Rohstoffs für Schmierstoffe. Wegen der Spannungen im Iran-Krieg könnte bestimmtes Motoröl in Europa bis zum Frühsommer knapp werden. Und der Ölwechsel in der Werkstatt teurer.

Mehrere Lieferanten warnen laut der Marktbeobachtungsagentur Argus Media bereits vor leeren Lagern bei den sogenannten Basisölen der Gruppe III (siehe unten). Der Grund für den drohenden Mangel: Durch den Iran-Krieg ist die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, blockiert.

Auf diesem Weg werden rund 72 Prozent der europäischen Importe dieser hochraffinierten Mineralöle transportiert. Sie bilden die unverzichtbare Basis für synthetische Schmierstoffe, die in modernen Verbrennungsmotoren Reibung und Verschleiß verhindern.

Wichtiger Lieferant: Auch die Basis unseres Motoröls kommt zu großen Teilen aus der Golfregion. (Quelle: IMAGO/Nicolas Koutsokostas)

Kettenreaktion auf dem Weltmarkt

Auch die Produktion von Polyalphaolefinen (PAO), der chemischen Basis für vollsynthetische Premium-Öle, gerät unter Druck. Der dafür benötigte Rohstoff Ethylen stammt ebenfalls größtenteils aus der Golfregion. Da diese Lieferungen stocken, fehlt der Rohstoff auch Herstellern, die andernfalls als Alternative einspringen könnten.

Preisanstieg im Großhandel

Die Verknappung hat bereits Folgen für den Markt. Laut Argus Media geben Lieferanten die höheren Großhandelspreise bereits an ihre Kunden weiter. Die Beobachter warnen vor Engpässen und möglichen Produktionskürzungen, falls sich die Lage nicht entspannt und keine alternativen Bezugsquellen gefunden werden.

Teurer Service in der Werkstatt: Wegen der verspäteten Rohstofflieferungen aus dem Nahen Osten kann der nächste Ölwechsel deutlich mehr kosten. (Quelle: IMAGO/Hanna Drybushevska)

Gefahr für die Lieferketten

Besonders kritisch ist die Lage bei Gruppe-II-Ölen. Sie sind die Basis für viele Motoröle, die in Lastwagen und Bussen zum Einsatz kommen. Dadurch sind sie auch für einen großen Teil der Lieferketten relevant. Wird der Nachschub knapp, dürfte das die Kosten in Werkstätten und bei Flottenbetreibern erhöhen.

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Ölwechsel könnte teurer werden

Für Autofahrer kann das ebenfalls spürbare Folgen haben: Der ADAC beziffert die üblichen Kosten für einen Ölwechsel derzeit auf mindestens 100 Euro. Steigt der Ölpreis beispielsweise um 20 Prozent, werden auch Werkstätten ihre Preise deutlich erhöhen. Dennoch rät der Automobilclub von Hamsterkäufen ab, da Motoröl nur begrenzt lagerfähig ist.

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