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Kinderarzt wegen 130 Fällen sexueller Straftaten angeklagt
Aktualisiert am 13.05.2026 – 17:46 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein Arzt, der Kinder schützen sollte, soll viele von ihnen selbst zum Opfer gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat nun Anklage erhoben.
Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat Anklage gegen einen Kinderarzt aus dem Havelland erhoben. Ihm werden Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in 130 Fällen vorgeworfen, darunter schwerer sexueller Missbrauch von Kindern und Vergewaltigung. Einen Großteil der Taten soll er während seiner Arbeit in der Klinik begangen haben.
Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Zeitraum von Anfang Dezember 2013 bis November 2025. Der Arzt sitzt seit November 2025 in Untersuchungshaft. Als Haftgrund wurde auch Wiederholungsgefahr angeführt.
Havelland-Kliniken will Fall mit Experten aufarbeiten
Ins Rollen gebracht hatte den Fall die Anzeige einer Mutter. Im Januar 2026 war bekannt geworden, dass der Arzt während seines Dienstes im Krankenhaus in Rathenow westlich von Berlin ein Kind sexuell missbraucht haben soll. Die Polizei durchsuchte daraufhin seine Räumlichkeiten und stellte eine Vielzahl von Datenträgern sicher. Die Staatsanwaltschaft prüfte rasch, ob es weitere Opfer gab. Das tatsächliche Ausmaß der Taten war bis zur Anklage nicht bekannt.
Die Havelland-Kliniken hatten im Januar 2026 angekündigt, ihre Schutzmechanismen zu überprüfen und den Fall mithilfe von Experten aufzuarbeiten. Bei der Untersuchung des betroffenen Kindes sei das geltende Vier-Augen-Prinzip verletzt worden, wonach zwei Personen anwesend sein müssen. Der Ärztliche Direktor Mike Lehsnau hatte erklärt: „Die Vorwürfe erschüttern das Vertrauen von Patientinnen und Patienten und ihren Familien.“
