62. Verhandlungstag
Model sagt als Zeuge im Block-Prozess aus
08.07.2026 – 03:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Ingenieur, ein Projektmanager, ein Ex-Polizist – das Team der mutmaßlichen Block-Entführer war ein „zusammengewürfelter Haufen“, wie es ein Verteidiger formulierte. Nun kommt noch ein Model hinzu.
Im Prozess um die gewaltsame Rückholung der Block-Kinder aus Dänemark soll heute (09.30 Uhr) ein mutmaßlicher Entführer, der als Model arbeitete, als Zeuge aussagen. Jonathan C. hatte sich im Frühjahr von Israel aus in Interviews in Deutschland zu Wort gemeldet. Darin hatte er betont, ihm sei vorher gesagt worden, die Rückholaktion der Block-Kinder sei rechtmäßig. Er habe helfen wollen. Nach Aussage anderer mutmaßlicher Komplizen war C. erst kurzfristig in das Team geholt worden, weil er gut Deutsch sprach und mit den Kindern kommunizieren sollte.
Der Mann, der nach eigener Aussage früher lange in Hamburg lebte, hatte für seine Zeugenaussage sicheres Geleit bekommen. Bereits drei Männer und eine Frau aus Israel hatten diese Zusage erhalten. Sie müssen zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls mit einer Anklage und einem Prozess rechnen.
Kinder beim Beobachten des Feuerwerks entführt
Im Fall von Jonathan C. hatte die Staatsanwaltschaft zuvor betont, seine Rolle in dem Verfahren sei nicht bedeutend genug. Doch das Ermittlungsgericht sah das anders. In der Strafprozessordnung heißt es: „Das sichere Geleit gewährt Befreiung von der Untersuchungshaft.“
Die Hamburger Unternehmerin Christina Block ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma im Zuge eines langen Sorgerechtsstreits mit ihrem Ex-Mann damit beauftragt zu haben, ihre beiden jüngsten Kinder vom Wohnort des Vaters in Dänemark zu entführen.
Kinder in Silvesternacht während des Feuerwerks entführt
Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, bestreitet die Vorwürfe. Die Sicherheitsfirma habe auf eigene Faust gehandelt, hatte sie erklärt. Es gibt noch sechs weitere Angeklagte. Für alle Beschuldigten in dem Fall gilt die Unschuldsvermutung.
Die Kinder waren beim Beobachten des Silvesterfeuerwerks in dem dänischen Ort Gråsten (Gravenstein) in einen Wagen gezerrt und nach Deutschland gebracht worden.










