„Mineralölwirtschaft nutzt die Lage aus“
Irankrieg: So viel Geld schöpfen die Konzerne aus der Krise
07.03.2026 – 15:19 UhrLesedauer: 1 Min.
Die Kraftstoffpreise an deutschen Tankstellen klettern seit Kriegsbeginn im Iran rasant. Doch der Rohölpreis allein erklärt den Anstieg bei Weitem nicht.
Der starke Anstieg der Kraftstoffpreise an deutschen Tankstellen könnte nach Einschätzung eines Ökonomen teilweise auf höhere Gewinnmargen der Mineralölunternehmen zurückzuführen sein. Das geht aus einer Analyse des Ökonomen Johannes Schwanitz hervor, die dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vorliegt.
Demnach sind die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland zuletzt deutlich stärker gestiegen als die Rohölpreise auf den internationalen Märkten. Hintergrund ist die Entwicklung seit Beginn des Iran-Kriegs am vergangenen Wochenende.
Nach Berechnungen von Schwanitz verteuerte sich die wichtige Rohölsorte Brent zwischen dem Kriegsbeginn und Freitag (6. März) umgerechnet um rund acht Cent pro Liter. Der Durchschnittspreis für Super E5 an deutschen Tankstellen stieg im gleichen Zeitraum dagegen von 1,77 Euro auf 1,94 Euro pro Liter. Das entspricht einem Anstieg von 17 Cent.
Video | Iranische Angriffe: Drohne trifft Flughafen in Dubai
Player wird geladen
Ohne Umsatzsteuer gerechnet verlangen Anbieter damit laut Analyse etwa 14,3 Cent mehr pro Liter. Das wäre fast doppelt so viel, wie durch den gestiegenen Brent-Preis erklärbar.
Noch stärker fiel der Preisanstieg beim Diesel aus. Der bundesweite Durchschnittspreis kletterte laut Analyse von 1,74 Euro auf 2,04 Euro pro Liter – ein Plus von 30 Cent. Netto hätten Tankstellenbetreiber damit rund 25,2 Cent mehr pro Liter erlöst.
„Die Mineralölwirtschaft nutzt diese Lage, um ihre Gewinnspanne auszuweiten“, sagte Schwanitz dem „Spiegel“. Ähnliche Entwicklungen habe es bereits während der Energiekrise im Jahr 2022 gegeben, als nach dem russischen Angriff auf die Ukraine die Kraftstoffpreise zeitweise stärker stiegen als die Rohölpreise.










