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Laut Gerichtsakten und Medienberichten hat der Social-Media-Riese Meta einen US-Richter gebeten, ein Urteil aufzuheben, in dem das Unternehmen für die Depression und Sucht einer Frau verantwortlich gemacht wurde.
Im März stellte eine Jury fest, dass Meta und Google, die Muttergesellschaft von YouTube, bei der Gestaltung ihrer Plattformen nachlässig gehandelt und ihre Nutzer nicht vor den Gefahren ihrer Nutzung gewarnt hatten. Die Jury entschied, dass die Unternehmen dem 20-jährigen Kläger namens KGM 6 Millionen US-Dollar (5,1 Millionen Euro) schuldeten.
KGM sagte aus, dass sie bis zu 16 Stunden am Tag auf Social-Media-Plattformen verbracht habe und dass dies die psychischen Probleme verschärft habe.
Laut Reuters-Berichten forderte Meta den Richter auf, das Urteil aufzuheben und entweder zu seinen Gunsten zu entscheiden oder einen neuen Prozess anzuordnen.
Das Unternehmen argumentiert, dass es von den Vorwürfen in dieser Klage aufgrund von Abschnitt 230 des US-amerikanischen Communications Decency Act verschont sei, der Berichten zufolge Online-Plattformen vor der Haftung für Schäden durch nutzergenerierte Inhalte auf ihren Plattformen schützt.
Die im Prozess vorgelegten Beweise versuchten, die psychischen Probleme von KGM mit den von ihr angesehenen Inhalten in Verbindung zu bringen, statt mit Designfunktionen der App wie unendlichem Scrollen und automatischer Wiedergabe.
Der Fall gilt als „Leitprozess“, was bedeutet, dass er darüber entscheiden könnte, wie Tausende anderer Klagen in den Vereinigten Staaten entschieden werden.
Euronews Next wandte sich an Meta und YouTube, erhielt jedoch keine sofortige Antwort.
Während des Prozesses argumentierte Meta, dass die psychischen Probleme von KGM auf ein turbulentes Leben zu Hause zurückzuführen seien und nicht auf die Nutzung sozialer Medien.
Die Argumente von YouTube konzentrierten sich mehr auf die Natur der Plattform, die eher einem Fernsehen als einer Social-Media-Plattform gleichkommt. YouTube-Anwälte stellten außerdem fest, dass KGMs YouTube-Nutzung mit zunehmendem Alter abnahm.
Anwälte, die beide Plattformen vertreten, wiesen auch auf deren Sicherheitsfunktionen und Leitplanken hin, mit denen Benutzer ihre Nutzung überwachen und anpassen können.
