Gipfeltreffen am Mittwoch in Berlin
Sudan: Merz sieht „größte humanitäre Krise der Gegenwart“
Aktualisiert am 14.04.2026 – 19:34 UhrLesedauer: 3 Min.
In Berlin berät die Welt am Mittwoch über weitere Hilfen für das Bürgerkriegsland Sudan. Die UN warnen vor dramatischen Folgen, sollte das Treffen scheitern.
Vor der internationalen Sudan-Konferenz in Berlin am Mittwoch hat Kanzler Friedrich Merz (CDU) die Lage in dem afrikanischen Land als „größte humanitäre Krise der Gegenwart“ bezeichnet. „Dort leiden zurzeit über 20 Millionen Menschen an Hunger,
das ist fast die Hälfte der Landesbevölkerung“, sagte Merz am Dienstag in Berlin vor einem Treffen mit dem Präsidenten der Afrikanischen Union (AU), Mahmoud Ali Youssouf.
Deutschland zähle zu den größten Gebern humanitärer Hilfe. Man unterstütze deshalb die Bemühungen der USA, Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägyptens um einen Waffenstillstand. Hintergrund ist der Krieg zwischen der sudanesischen Armee und der RSF-Miliz im Land.
Am Mittwoch jährt sich der Beginn des Kriegs am 15. April 2023 zum dritten Mal. In Berlin findet anlässlich des Jahrestags eine internationale Sudan-Konferenz statt.
Bereits zu Wochenbeginn hatten Hilfsorganisationen vor einer Verschärfung der Hungerkatastrophe in dem ostafrikanischen Bürgerkriegsland gewarnt. In dem Konflikt wird Hunger auch gezielt als Waffe eingesetzt und die Agrarproduktion zerstört.
Nach UN-Angaben sind seit Jahresbeginn bereits fast 700 Zivilisten durch Drohnen getötet worden. „In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden Berichten zufolge fast 700 Zivilisten bei Drohnenangriffen getötet“, erklärte UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher am Dienstag. Der seit drei Jahren andauernde Krieg habe „die größte humanitäre Krise der Welt“ ausgelöst, fügte er hinzu.
In den vergangenen Monaten fanden im Sudan fast täglich Drohnenangriffe statt – insbesondere in der Region Südkordofan, dem Hauptschauplatz des Bürgerkriegs, sowie in den von der RSF-Miliz kontrollierten westlichen Regionen, darunter Darfur. Millionen Menschen seien aus ihren Häusern und ihrem Land vertrieben worden, ganze Gemeinden seien entvölkert und Familien immer wieder aufs Neue entwurzelt worden, betonte Fletcher. „Das Risiko einer zunehmenden regionalen Instabilität ist hoch“, warnte er.
Drei Jahre Krieg hätten dem Land erheblichen Schaden zugefügt. Fast 34 Millionen Menschen und damit fast zwei Drittel der Bevölkerung benötigten humanitäre Hilfe. Hunderttausende Kinder seien unterernährt, Frauen und Mädchen seien systematischer und brutaler sexualisierter Gewalt ausgesetzt, erklärte Fletcher weiter. Im vergangenen Jahr habe humanitäre Hilfe 17 Millionen Menschen im Sudan erreicht – dieses Jahr werde versucht, 20 Millionen Menschen zu erreichen.










