Ankara (dpa, d.de) – Zum Auftakt des NATO-Gipfels in Ankara hat Bundeskanzler Friedrich Merz eine geschlossene Haltung des Bündnisses gefordert. Vor Beginn der Gespräche sagte Merz, er hoffe, „dass es uns gemeinsam gelingt, einen Geist von Ankara zu wecken“. Er sagte, die Botschaft des Gipfels müsse lauten: „Wir bauen eine europäischere NATO auf, damit die NATO transatlantisch bleiben kann.“ Er fügte hinzu, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verdoppelt habe und diese bis 2026 auf 124 Milliarden Euro erhöhen werde. Russland bleibe eine „ernsthafte Bedrohung“ für die Sicherheit Europas, betonte er.

Ein Schwerpunkt der Gespräche wird auf der weiteren Unterstützung der Ukraine liegen. Laut Merz planen die europäischen NATO-Verbündeten und Kanada, in den Jahren 2026 und 2027 jährlich mindestens 70 Milliarden Euro Militärhilfe bereitzustellen. Darüber hinaus diskutieren die Bündnispartner über eine engere Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie und bei der gemeinsamen Beschaffung militärischer Hardware.

Zu den ersten konkreten Projekten gehört die Modernisierung der AWACS-Flugzeugflotte der NATO. AWACS steht für „Airborne Warning and Control System“. Diese Flugzeuge dienen als fliegende Radarstationen: Sie überwachen den Luftraum, die Meere und teilweise auch das Land, sorgen für die Früherkennung von Flugzeugen, Drohnen oder Raketen und koordinieren militärische Einsätze. Die bisher eingesetzten, rund 40 Jahre alten Flugzeuge sollen durch bis zu zehn Flugzeuge des kanadischen Herstellers Bombardier ersetzt werden – ausgestattet mit dem Überwachungs- und Frühwarnsystem GlobalEye des schwedischen Unternehmens Saab.

Während des zweitägigen Gipfels diskutieren die Staats- und Regierungschefs der 32 NATO-Mitgliedstaaten über die weitere Unterstützung der Ukraine, den Ausbau der Verteidigungsfähigkeiten des Bündnisses und eine stärkere europäische Rolle innerhalb der NATO.

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