Erfurt am Samstag
Meist bunt und friedlich: Tausendfacher Protest gegen AfD
Aktualisiert am 04.07.2026 – 13:35 UhrLesedauer: 3 Min.
Trotz Sitzblockaden hat der AfD-Parteitag in Erfurt pünktlich begonnen. Tausende Menschen beteiligen sich an Protesten gegen die AfD. „Man kann bisher zufrieden sein“, so Thüringens Innenminister.
Meist friedlicher Protest, aber auch Sitzblockaden und eine Sperrung der Autobahn 71 durch Aktivisten: Mehr als 25.000 Menschen haben sich nach Polizeiangaben bis zum Mittag in Erfurt an Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag beteiligt. Die Bündnisse „Zusammenstehen“ und „Widersetzen“ sprechen bereits von 50.000 Demonstranten.
Die Demonstrationen seien bisher weitgehend friedlich verlaufen, sagte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. „Man kann zufrieden sein. Es ist bunt und laut.“ Er hoffe, dass auch die weiteren geplanten Aktionen bis Sonntag gewaltfrei blieben, so der Minister.
Zu den Protesten hatten Gewerkschaften sowie Initiativen und Bündnisse bundesweit aufgerufen. Im Vorfeld hatte es nach Aufrufen im Internet Befürchtungen gegeben, dass es auch zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen könnte. Mit bis zu 2.500 gewaltbereiten Linksextremisten hatten Polizeigewerkschaften gerechnet.
AfD-Delegierte schon 4.00 Uhr morgens unterwegs
Trotz zahlreicher Sitzblockaden auf Zufahrtsstraßen sowie der Autobahn A71, die teilweise am Mittag noch bestanden oder sich langsam auflösten, begann der AfD-Parteitag auf dem Messegelände der Thüringer Landeshauptstadt pünktlich. Um Blockaden durch Demonstranten zu umgehen, fuhren Hunderte AfD-Delegierte in den frühen Morgenstunden mit Reisebussen zum Parteitagsgelände. Nach Angaben von Delegierten versammelten sie sich bereits vor 4.00 Uhr an Treffpunkten weit außerhalb der Stadt.
AfD-Chef Tino Chrupalla eröffnet den Parteitag mit Spott: „Der frühe Vogel fängt den Wurm (…) die Randalierer von der Antifa haben ihr eigenes Störmanöver verschlafen.“

Die Polizei ist mit Tausenden Beamten im Einsatz – unterstützt von Kräften aus fast allen Bundesländern und der Bundespolizei, die unter anderem auch Pferde und Wasserwerfer bereitstellten. Es habe eine „generalstabsmäßige Vorbereitung“ über Wochen gegeben, sagte Maier nach einem gemeinsamen Besuch des Polizeilagezentrums zusammen mit Ministerpräsident Mario Voigt.
Nach Angaben von Polizeisprecher Patrick Martin gibt es keine Informationen zu verletzten Polizisten. Nach seinen Angaben hat es kleinere Scharmützel an einigen Polizeiabsperrungen gegeben. Auch wurde ein Bürgerbüro der AfD sowie Beamte nach Angaben der Polizisten in einer Straße mit Pyrotechnik und Farbbeuteln angegriffen. Zwei Journalisten seien durch Flaschenwürfe verletzt worden. Vereinzelt habe die Polizei Pfefferspray eingesetzt.
Tausende beteiligten sich an Sitzblockaden
An einer Sitzblockade auf einem Abschnitt der Autobahn 71 bei Erfurt sowie Zufahrtsstraßen nach Erfurt beteiligten sich zeitweise mehrere Tausend Menschen. Während es noch am Mittag Einschränkungen auf der A71 (Halle-Suhl) bei Erfurt gebe, sei die A4 (Frankfurt/Main-Dresden) nicht betroffen, sagte eine Polizeisprecherin.










