Gouverneurin reagiert deutlich
Tödliche Krankheit: New York ruft Notstand aus
06.10.2026 – 19:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Behörden im US-Bundesstaat New York zählen immer mehr Masern-Fälle. Die Gouverneurin will mit speziellen Maßnahmen gegensteuern.
Wegen immer weiter steigenden Zahlen von Maserninfektionen im US-Bundesstaat New York hat Gouverneurin Kathy Hochul am Montag (Ortszeit) den Notstand ausgerufen. „Niemand sollte an einer durch Impfung vermeidbaren Krankheit schwer erkranken oder gar sterben“, sagte Hochul zur Begründung. Der Notstand ermögliche es dem Bundesstaat, schneller auf den Ausbruch zu reagieren. Zudem soll der Kreis derer, die Masernimpfungen verabreichen dürfen, deutlich größer werden, etwa Rettungskräfte oder Apotheker. Eine Impfpflicht gibt es nicht.
Laut Gesundheitsbehörde erkrankten in diesem Jahr im US-Bundesstaat New York bereits 102 Menschen an Masern, die meisten in ländlichen Regionen. In der Metropole New York City waren es sieben weitere Fälle. Insbesondere seit August sind die Zahlen ungewöhnlich hoch. Zum Vergleich: In den vergangenen 25 Jahren hatte es im Durchschnitt 180 Masernfälle im Jahr gegeben – allerdings in den gesamten USA, wie CNN berichtete.
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Masern: Schlimmste Situation in den USA seit 1991
Ebenfalls angespannt ist die Lage im benachbarten Pennsylvania. In dem Bundesstaat wurden in diesem Jahr bereits mehr als 1.000 Fälle registriert, fünf Menschen starben an dem Virus. Es handelt sich um den größten Ausbruch in einem Bundesstaat seit mehr als drei Jahrzehnten.
Die USA insgesamt erleben das schlimmste Masernjahr seit 1991. Laut Behörden wurden fast 3.900 Fälle gemeldet, wie CNN berichtete. Der von Präsident Donald Trump ernannte Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. steht daher in der Kritik. Er hatte wiederholt Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Impfungen geäußert. Auf einer Konferenz von Impfskeptikern Mitte September versprach er etwa, er werde „bis zum letzten Atemzug Antworten auf die Fragen nach den Risiken von Impfstoffen suchen“, zitierte ihn die „New York Times“.
Einzelne Masern-Ausbrüche auch in Deutschland
Die Skepsis gegenüber Impfungen ist laut New Yorks Senator für Gesundheit ein Grund für den Anstieg der Masernfälle. Gustavo Rivera erklärte am Montag, die Masernfälle würden durch „Fehlinformationen begünstigt“. Diese verursachten nun eine „Notlage im Bereich der öffentlichen Gesundheit“. Er rief alle New Yorker auf, sich impfen zu lassen. „Helfen Sie mit, Ihre Mitbürger in New York zu schützen“, appellierte Rivera.
Masern gehören zu den ansteckendsten Viruserkrankungen bei Menschen. Die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Symptome kann bis zu 21 Tage betragen. In besonders schweren Fällen kann die Erkrankung tödlich enden. Nach einer zweimaligen Impfung wird von einem lebenslangen Schutz ausgegangen. Auch in Deutschland gibt es jedes Jahr gemeldete Masernfälle. 2026 wurden laut Nationaler Lenkungsgruppe Impfen bereits 60 Fälle registriert.
