Seit 130 Jahren kaum verändert
Maggi: Daraus besteht die Flüssigwürze
Aktualisiert am 13.09.2026 – 16:00 UhrLesedauer: 3 Min.
In vielen deutschen Haushalten steht Maggi im Regal. Die Flüssigwürze wurde von Julius Maggi entwickelt. Der ist auch der Erfinder eines anderen Küchenhilfsmittels.
„Hausfrauen, es ist nie zu spät, um zu verbessern!“ Ein paar magische Tropfen könnten jede fade Suppe oder Soße retten – so warb Maggi in den 1930er-Jahren für seine Flüssigwürze. Bis heute gehört sie in unzähligen deutschen Küchen zur Grundausstattung wie Salz und Pfeffer, um Suppen, Soßen, Aufläufe und Eintöpfe zu würzen. Namensgeber ist der Erfinder, der Schweizer Julius Maggi.
Maggi ist auch der Urvater des Brühwürfels und einer der Pioniere der industriellen Lebensmittelproduktion. „Er war ein umtriebiger Unternehmer“, sagt Albert Pfiffner, Archivchef des Schweizer Nahrungsmittelriesen Nestlé, zu dem Maggi seit 1947 gehört.
Maggi wird eigentlich anders ausgesprochen
Ein „Ma“, zwei „g“, ein „i“ – für Deutsche ist die Sache mit der Aussprache klar: Maggi eben. Aber der Namensgeber sprach sich anders aus. Julius Maggi war der Sohn eines italienischen Einwanderers. Sein Name wird deshalb „Madschi“ ausgesprochen, wie der Lago Maggiore. In vielen Ländern wird die Firma bis heute auch „Madschi“ ausgesprochen.
Julius Maggi wurde 1846 in Frauenfeld unweit des Bodensees geboren. Sein Vater brachte es mit einer Mühle zu einigem Wohlstand. Als der Sohn das Unternehmen mit 23 Jahren übernahm, kam im Zuge der Industrialisierung aber immer mehr günstiges Getreide aus dem Ausland. Maggi ersann neue Produkte. Inspiriert von einem Arzt wollte er nahrhafte und preiswerte Nahrung für Arbeiter machen und begann mit Mehlen aus eiweißhaltigen Hülsenfrüchten, Leguminosen.
Maggi war so begeistert, dass er eine Tochter Leguminosa nennen wollte, was seine Frau gerade noch verhindern konnte. Zum Glück: „Die Leguminosen waren ein Flop“, sagt Pfiffner. Unbeirrt machte Maggi aber weiter. Er brachte die etwas erfolgreicheren Suppenmehle aus Erbsen und Bohnen auf den Markt. Das Schweizerische Nationalmuseum spricht von Maggis stürmischer Energie und Experimentiersucht.
Den unternehmerischen Durchbruch schaffte Maggi aber 1886 mit der Flüssigwürze, einer Weltneuheit. Schon ein Jahr später begann die Abfüllung in einem Werk im deutschen Singen unweit des Bodensees, wo bis heute Maggi-Würze hergestellt wird. 240.000 Flaschen sind es täglich, die in 21 Länder exportiert werden. Weitere Werke gibt es heute in China, Polen, Kamerun, Elfenbeinküste und Mexiko.

So viel Maggi-Würze wird in Deutschland verwendet
Statistisch betrachtet verbraucht jeder deutsche Haushalt gut einen halben Liter Maggi-Würze im Jahr, geht aus einer Verbrauchererhebung hervor. Das Saarland ist nach Angaben von Nestlé Maggi-Hochburg, mit 812 Millilitern Verbrauch pro Haushalt im Jahr. Ein Kringel Fleischwurst mit vier Flaschen Maggi statt Kerzen darauf ist als „saarländischer Adventskranz“ bekannt. Und Maggi-Eis wurde dort auch erfunden.
Zurück zu Julius Maggi: Nach der erfolgreichen Flüssigwürze brachte er weitere Produkte heraus, darunter 1908 den legendären Brühwürfel als schnelle Basis für Mahlzeiten aller Art. Auch im Marketing war Maggi Pionier. Als einer der ersten Unternehmer richtete er eine Werbeabteilung ein. Der später berühmte Dichter Frank Wedekind textete einst für Maggi: „Wie dem Leben Poesie/Fehle Maggi’s Suppen-Nahrung/Maggi’s Speise-Würze nie!“