„Richtig dumme Menschen“
Student baut falsche Krankenschwester für Trump-Fans
23.04.2026 – 15:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Mit einer täuschend echten Kunstfigur baut ein indischer Student ein lukratives Geschäft auf. Der Account zieht Millionen Nutzer an – und zahlende Fans.
Ein Medizinstudent aus Nordindien hat mithilfe Künstlicher Intelligenz eine fiktive US-Krankenschwester erschaffen, die er bewusst im konservativen, Trump-nahen Stil gestaltet hat. Nach eigenen Angaben verdiente er damit mehrere Tausend US-Dollar im Monat. Das berichtet das Technikmagazin „Wired“, das den 22-Jährigen unter dem Pseudonym Sam interviewt hat. Der angehende Orthopäde habe die Figur Emily Hart genannt und ihr ein Instagram-Profil als angebliche Krankenschwester geschaffen.
Auf dem Account @emily_hart.nurse seien Bilder der erfundenen Frau zu sehen gewesen, die gezielt Vorstellungen von „typisch US-amerikanischen“ Szenen bedienten: beim Eisangeln, mit Bierdose oder mit einem Gewehr am Schießstand. In den Bildunterschriften habe Sam täglich Botschaften gegen Abtreibung, gegen Einwanderung und gegen progressive Gesellschaftspolitik verbreitet, die konservative US-Kreise abwertend als „woke“ bezeichnen.
Innerhalb eines Monats habe der Account mehr als 10.000 Follower gewonnen. Die Kurzvideos, sogenannte Reels, hätten teils Millionen Aufrufe erzielt.
Die politische Ausrichtung der Figur stamme nicht vom Studenten selbst. Zunächst habe er generische Bilder einer leicht bekleideten Frau gepostet, jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Daraufhin habe er den Google-Chatbot Gemini um Rat gefragt, schreibt „Wired“. Gemini habe ihm empfohlen, die Trump-nahe Nische zu nutzen, um mehr Reichweite zu erzielen, und auf die vermeintlich hohe Kaufkraft älterer, konservativer Männer verwiesen.
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Ein Sprecher von Google erklärte „Wired“, Gemini sei darauf ausgelegt, keine politische Meinung zu äußern und neutrale Antworten zu geben. Die Bilder von Emily Hart habe Sam mit dem Google-Werkzeug Nano Banana Pro erstellt, optisch angelehnt an die Schauspielerin Jennifer Lawrence.
Geld verdient habe Sam dem Bericht zufolge über zwei Wege: mit Abonnements auf der Plattform Fanvue, einer Alternative zu Onlyfans, sowie mit dem Verkauf von T-Shirts mit konservativen Parolen. Für Nacktbilder auf Fanvue habe er den KI-Dienst Grok genutzt. Fanvue erlaubt im Unterschied zu Onlyfans ausdrücklich KI-generierte Inhalte.
„Die MAGA-Anhängerschaft besteht aus dummen Menschen – richtig dummen Menschen. Und sie fallen darauf herein“, sagte Sam dem Magazin. Sein Geschäftsmodell habe darauf beruht, dass die Zielgruppe das Profil für echt halte. MAGA steht für den Slogan „Make America Great Again“ der Bewegung um US-Präsident Donald Trump.









