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Lohnt sich eine Wärmepumpe auch ohne Solaranlage?
10.04.2026 – 09:27 UhrLesedauer: 3 Min.

Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um die Kosten einer Wärmepumpe.
Durch die steigenden Preise für fossile Energieträger interessieren sich wieder mehr Menschen für Alternativen zur Öl- und Gasheizung. Für viele ist die Wärmepumpe besonders interessant – vor allem, wenn man sie mit einer Solaranlage kombinieren kann. Damit könnten Eigentümer ihr Haus mit selbst erzeugtem Strom beheizen. Nur an besonders grauen Tagen oder in den Abendstunden müssen sie Strom aus dem Netz beziehen.
Nicht jeder Hauseigentümer besitzt jedoch eine Solaranlage und eine Wärmepumpe oder kann sich beide Anlagen auf einmal leisten. Deshalb möchte ein t-online-Leser wissen: „Lohnt sich eine Wärmepumpe auch ohne Solar auf dem Dach?“
Zunächst einmal sollten sich Verbraucher vergegenwärtigen, dass eine Solaranlage im tiefsten Winter nicht annähernd so viel Strom erzeugt wie in den Sommermonaten. Deshalb ist die Photovoltaik zusammen mit einer Wärmepumpe vor allem in den kalten Herbst- und Frühlingstagen besonders vorteilhaft. Darüber hinaus senkt sie die Kosten für die Warmwasseraufbereitung, die ganzjährig anfallen.
Unter anderem ist deshalb eine Solaranlage zwar von Vorteil, aber nicht entscheidend für den wirtschaftlichen Betrieb einer Wärmepumpe. Im Vergleich zu einer Öl- oder Gasheizung ist die Wärmepumpe in der Regel auch ohne Solar günstiger. Während ein Einfamilienhaus im Schnitt 20.000 kWh/Jahr an Gas verbraucht, benötigt eine Wärmepumpe eher zwischen 3.000 und 5.000 kWh/Jahr. Bei einem Gaspreis von 10 Cent/kWh sind das jährliche Kosten von 2.000 Euro – bei der Wärmepumpe mit einem hohen Verbrauch aber nur 1.500 Euro bei einem Strompreis von 30 Cent/kWh.
Beispiel: Neue Gasheizung vs. neue Wärmepumpe
Anschaulich ist auch dieses ausführliche Beispiel der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: In einem 150-Quadratmeter-Einfamilienhaus muss eine alte Gasheizung erneuert werden. Die Eigentümer haben die Absicht, sich zwischen einer neuen Gasheizung und einer neuen Wärmepumpe zu entscheiden. Aktuell verbrauchen sie jährlich 20.000 Kilowattstunden an Erdgas. Dafür zahlen sie inklusive Wartungskosten 2.790 Euro im Jahr.
Der Einbau einer neuen Gasheizung würde 16.000 Euro kosten, für die Wärmepumpe läge der Eigenanteil bei 20.000 Euro (36.500 Euro abzüglich 55 Prozent staatliche Förderung).
Der Kostenunterschied liegt bei 4.000 Euro mit Förderung. In der Anschaffung ist die Gasheizung also zunächst günstiger.
Bei den Betriebskosten liegt die Wärmepumpe allerdings klar im Vorteil: Sie verbraucht pro Jahr 5.000 kWh an Strom für Heizung und Warmwasser. Mit einem Wärmepumpenstromtarif zu 28 Cent/kWh ergibt das 1.420 Euro an Betriebskosten, inklusive Wartungskosten errechnet die Verbraucherzentrale Kosten von 1.700 Euro pro Jahr.









