Kaum zu glauben

Dieser sächsische Wasserfall wird per Hand angeschaltet


05.07.2026 – 18:00 UhrLesedauer: 1 Min.

Blick auf den Lichtenhainer Wasserfall im Kirnitzschtal (Archivbild): Früher gab es dort sogar einen „Wasserfallzieher“. (Quelle: imago)

Alle 30 Minuten öffnet sich im Kirnitzschtal ein Schieber – erst dann stürzt das Wasser den Fels hinab. Das Spektakel hat eine fast 200-jährige Geschichte.

Am Lichtenhainer Wasserfall in der Sächsischen Schweiz ertönt alle 30 Minuten Musik. Wenn sie verstummt, öffnet sich der Schieber des Staubeckens – und das Wasser ergießt sich über die Steine. Den Rest der Zeit plätschert hier nur ein Bächlein.

Der Trick ist keine moderne Erfindung: Schon 1830 wurde der ursprünglich natürliche kleine Wasserfall des Lichtenhainer Dorfbachs umgebaut, um ihn für Touristen attraktiver zu machen – mit einem aufziehbaren Stauwehr für den schwallartigen Absturz.

Einzigartiges Amt: Wasserfallzieher

Für das Schauspiel gab es sogar ein eigenes Amt. Ein Lichtenhainer Bürger wurde zum „Wasserfallzieher“ ernannt: Er betrieb einen Ausschank und öffnete den Touristen gegen Geld für ein paar Minuten die Stauanlage.

  • Himmelsleiter und Felsentor: Dieser Wanderweg ist einzigartig

Beinahe wäre die Tradition untergegangen. Ein Starkregen beschädigte den Wasserfall am 17. Juli 2021 so schwer, dass er praktisch nicht mehr existierte. Die Anlage wurde neu aufgebaut, lief ab November 2024 im Probebetrieb – und wurde am 11. April 2025 offiziell wieder eingeweiht. Wer den Wasserschwall verpasst hat, wartet einfach: Nach einer halben Stunde beginnt die nächste Vorstellung.

Die Anreise ist selbst ein Erlebnis: Seit 1898 fährt die Kirnitzschtalbahn auf rund acht Kilometern von Bad Schandau durch die Felsenwelt des Elbsandsteingebirges – Endstation: Lichtenhainer Wasserfall.

Direkt am Wasserfall starten beliebte Wanderwege, etwa zum Kuhstall, dem größten Felsentor der Sächsischen Schweiz.

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