Lago di Misurina
Dolomiten-See geht das Wasser aus
Aktualisiert am 15.07.2026 – 15:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Einem der bekanntesten Bergseen Italiens geht das Wasser aus. Der Lago di Misurina in den Dolomiten leidet mitten in der Hochsaison unter einem stark gesunkenen Pegelstand.
Mitten in der Hochsaison präsentiert sich der Lago di Misurina in einem erschreckenden Zustand. Der auf rund 1.750 Metern Höhe gelegene Bergsee in den Dolomiten – Tor zu den weltberühmten Drei Zinnen und eines der bekanntesten Postkartenmotive Italiens – weist einen ungewöhnlich niedrigen Wasserstand auf. Rund zwei Meter Wasser fehlen, und der See ist zudem von Algen überzogen. Der Bootsverleih ist wegen des gesunkenen Pegelstands bereits gesperrt.
Tatiana Pais Becher, ehemalige Bürgermeisterin und heutige Oppositionsrätin der Gemeinde Auronzo di Cadore, ist alarmiert. „So habe ich den See noch nie erlebt“, sagte sie dem italienischen Nachrichtenportal „Il Dolomiti“. Die Ursache sieht sie nicht allein im Klimawandel oder den geringen Niederschlägen der vergangenen Wochen – diese hätten die Lage zwar verschlimmert, seien aber nicht der eigentliche Grund. Pais Becher beklagt vielmehr ein „völliges Desinteresse der Gemeindeverwaltung“.
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Gesamter Tourismus der Region betroffen
Konkreter Auslöser ist ein Leck in einer Ufermauer im Bereich der Seilbahn Col de Varda, das bereits vor Jahren entdeckt wurde. Erste Reparaturarbeiten im Jahr 2022 blieben wirkungslos. Eine vollständige Sanierung würde nach Schätzungen zwischen einer und zwei Millionen Euro kosten. Diese sei von der Politik mehrfach als „prioritär“ angekündigt worden – passiert sei jedoch nichts. Die Gemeinde verfüge laut Pais Becher über einen Haushaltsüberschuss von drei Millionen Euro, aus dem die Maßnahme finanziert werden könnte.
Die Folgen treffen den gesamten Tourismus der Region. „Das gesamte touristische System rund um die Drei Zinnen verläuft hier entlang, und viele Betriebe beschweren sich“, so die Politikerin. Touristen fragten zunehmend nach Erklärungen. Die Situation sei „immer unerträglicher“ und für einen See von internationaler Bekanntheit mitten im Sommer schlicht „nicht akzeptabel“.










