Ladestopps

„Ladepositas“: Fördern E-Autos ungesunde Ernährung?


06.05.2026 – 08:50 UhrLesedauer: 2 Min.

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An der Ladesäule: Viele E-Auto-Fahrer greifen dann offenbar zum Snack. (Quelle: IMAGO/Alexandra Wagner/imago)

Schnell ein Snack, während der Akku lädt: Ladepausen wirken sich offenbar auf die Ernährung aus. Zahlen zeigen aber auch, wie unterschiedlich das Ladeverhalten im Alltag ist.

Wer mit dem E-Auto unterwegs lädt, nutzt die Pause oft zum Essen oder Snacken. Das legt eine repräsentative Umfrage des Direktversicherers DA Direkt nahe. Mehr als jeder zweite befragte E-Auto-Fahrer gab dabei an, während des Ladevorgangs Nahrung zu sich zu nehmen. 31 Prozent erledigen Einkäufe oder Besorgungen, ein Viertel ruht sich aus oder macht ein Nickerchen. Nur sechs Prozent nutzen die Zeit für Bewegung.

Als Gründe nennt die Studie unter anderem die oft geringe Aufenthaltsqualität an öffentlichen Ladestationen. Häufig fehlten Überdachungen oder Sanitäranlagen. Viele Fahrer warteten deshalb im Auto – wo Snacks oder Softdrinks warten. „Langeweile beim Laden macht offenbar hungrig. Und wenn das Umfeld ungemütlich und die Aufenthaltsqualität gering sind, wird im Auto gerne gesnackt – nicht selten zu viel, zu fett und zu süß“, sagt Silvia Künnemann, Leiterin Product & Customer Experience bei DA Direkt. Schwere Mahlzeiten könnten zudem die Konzentration auf der Weiterfahrt beeinträchtigen. In seiner Meldung scherzt das Unternehmen: Wird die ungesunde Ernährung beim Laden zur Regel, könne das zu „Ladepositas“ führen – eine Verballhornung des Wortes Adipositas (Übergewicht).

Allerdings bilden solche Ladepausen nicht den gesamten Alltag aller E-Auto-Fahrer ab. Viele Ladevorgänge finden zu Hause, am Straßenrand tagsüber/nachts oder am Arbeitsplatz statt. Nach Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) laden 82 Prozent der E-Autobesitzer zu Hause, nur etwa die Hälfte nutzt Ladepunkte an Autobahnen. Regelmäßige Nutzer sind hier vor allem Menschen, die beruflich pendeln oder im Außendienst unterwegs sind.

Die Befragung zeigt zugleich, dass viele E-Auto-Fahrer Ladepausen inzwischen deutlich entspannter sehen als Autofahrer mit Verbrenner. Demnach empfinden 86 Prozent der E-Auto-Fahrer einen Stopp von bis zu 20 Minuten noch als angenehm, wenn dabei mindestens 200 Kilometer Reichweite nachgeladen werden. 35 Prozent akzeptieren sogar bis zu 30 Minuten Ladezeit.

Unter Fahrern von Verbrennern fällt die Einschätzung deutlich skeptischer aus. 43 Prozent nannten zehn Minuten als persönliche Toleranzgrenze für einen Ladestopp – obwohl sie selbst gar kein Elektroauto fahren. Die Befragung deutet damit darauf hin, dass viele Vorbehalte gegenüber Ladezeiten mit wachsender Alltagserfahrung abnehmen.

Bei der Ladeinfrastruktur zeigt sich ein gemischtes Bild. 38 Prozent der E-Auto-Fahrer bewerten das Angebot als gut. Gleichzeitig nennen viele Befragte Probleme bei Preisstruktur und Bezahlmöglichkeiten. Häufig kritisiert werden außerdem zu wenige Schnellladesäulen sowie fehlende Sanitäranlagen oder Überdachungen an Ladeparks.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur gab es in Deutschland zuletzt 149.002 Normalladepunkte und 51.253 Schnellladepunkte. Mit dem wachsenden Angebot an Fahrzeugen mit hohen Ladeleistungen dürfte auch der Ausbau der Schnellladeinfrastruktur weiter an Bedeutung gewinnen.

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