Krisenfahrt im Nahen Osten
Kreuzfahrtschiffe entkommen brisanter Lage bei Hormus
20.04.2026 – 09:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Wochenlang saßen mehrere Schiffe im Persischen Golf fest. Nun ist der Durchbruch gelungen – doch die Lage bleibt angespannt.
Mehrere Kreuzfahrtschiffe haben die strategisch wichtige Straße von Hormus trotz erneuter Spannungen in der Region erfolgreich passiert. Das bestätigten die Reedereien TUI Cruises und MSC aus Hamburg. Die „Mein Schiff 4“, die „Mein Schiff 5“ sowie die „MSC Euribia“ sind inzwischen auf dem Weg Richtung Europa.
Nach Angaben von TUI Cruises konnten beide „Mein Schiff“-Schiffe die Meerenge sicher durchqueren. Der Fokus liege nun auf der Weiterfahrt in Richtung Mittelmeer. Auch die „MSC Euribia“ habe die Passage geschafft und steuere nach Nordeuropa. Geplante Kreuzfahrten im Mai sollen laut übereinstimmenden Medienberichten nach aktuellem Stand wie vorgesehen stattfinden.
Die erfolgreiche Passage hat unmittelbare Folgen für Reisende: Bereits gestrichene Fahrten der „Mein Schiff 4“ ab dem 17. Mai sowie der „Mein Schiff 5“ ab dem 15. Mai sollen nun doch stattfinden. Buchungen würden automatisch wieder aktiviert, teilte TUI Cruises laut dem „Hamburger Abendblatt“ mit.
Auch bei MSC entspanne sich die Lage. Die „MSC Euribia“ soll rechtzeitig in Nordeuropa eintreffen, sodass die für den 16. Mai geplante Abfahrt ab Kiel stattfinden kann.
Hintergrund ist ein kurzfristiges Zeitfenster: Der Iran hatte die Meerenge zunächst vorübergehend geöffnet, diese Entscheidung aber wenig später wieder zurückgenommen. Mehrere Reedereien nutzten die Gelegenheit und schickten ihre Schiffe nahezu gleichzeitig durch das Gebiet.
Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.
Während der Durchfahrt soll es nach Agenturmeldungen auch zu Zwischenfällen gekommen sein. Demnach seien insbesondere die „Mein Schiff 4“ und ihre Crew von iranischen Revolutionsgarden bedroht worden. Es sei von möglichen Schüssen in der Nähe des Schiffes die Rede gewesen, Schäden wurden laut „NDR“ jedoch nicht gemeldet.
TUI Cruises äußerte sich dazu nicht im Detail, dankte aber den Crews für ihr besonnenes Handeln.
Nicht alle Schiffe konnten die Region verlassen. Nach Informationen des NDR stecken mehrere Frachter der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd weiterhin im Persischen Golf fest. Die Reederei prüfe derzeit die Sicherheitslage und mögliche Routen, bevor eine Weiterfahrt entschieden werde.
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, wie schnell sich die Lage ändern kann – und welche Auswirkungen das auch für die Hamburger Schifffahrt hat.
