Toter Unternehmer aus Hamburg

Polizei wertet nach XY-Sendung 50 Hinweise aus

Aktualisiert am 20.04.2026 – 06:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Rudi Cerne (Archivbild): Der Moderator hatte den Fall in der jüngsten Folge vorgestellt. (Quelle: Peter Kneffel/dpa)

Nach der XY-Sendung zur Wattenmeer-Leiche gingen 50 Hinweise bei der Polizei ein. Doch ein Detail am Fundort lässt die Ermittler nicht los.

Nach dem Aufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ arbeitet die Mordkommission Flensburg intensiv an der Aufklärung eines rätselhaften Todesfalles: Ein Hamburger Unternehmer wurde im Juli 2024 tot im Wattenmeer gefunden – mit einem sehr eng zugezogenen Kabelbinder um den Hals.

Etwa 50 Hinweise sowie rund 40 Fotos und Videos gingen bei der Polizei während und nach der Ausstrahlung vor knapp zwei Wochen ein. „Es gibt gute neue Ermittlungsansätze, die nun angegangen werden können“, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa. Aber: „Einen Durchbruch haben wir aktuell noch nicht zu vermelden.“

Der Tote war am 9. Juli 2024 auf der Sandbank Süderoogsand im schleswig-holsteinischen Wattenmeer nördlich von St. Peter-Ording entdeckt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen war der Mann am 29. April 2024 allein mit einem hochseetauglichen Schlauchboot von einer Anlegestelle in Grünendeich im Landkreis Stade in Richtung Nordsee aufgebrochen. Das Boot wurde später führerlos im Bereich der Außenelbe-Reede bei Cuxhaven gefunden.

Die Ermittler suchen weiterhin nach Zeugen, die den Mann oder sein Boot an jenem Tag beobachtet haben. „Insbesondere Hinweise rund um die Einstiegssituation in Grünendeich und die Strecke, die er mit dem Boot auf der Elbe zurückgelegt hat, interessieren uns“, so der Polizeisprecher.

Ein Suizid gilt den Ermittlern als sehr unwahrscheinlich. Der ermittelnde Flensburger Staatsanwalt Roman Mulke äußerte sich in der ZDF-Sendung zu einem möglichen Szenario: Wahrscheinlicher und plausibler sei es, dass der Mann in Drogengeschäfte verwickelt war und Drogen in der Nordsee eingesammelt habe. Es könne aber auch sein, dass der Geschäftsmann zufällig in eine solche Drogenabholung geraten sei und die Situation dann eskalierte und er getötet wurde.

Konkrete Hinweise auf Tatverdächtige gibt es bislang nicht, auch die genauen Umstände des Todes sind weiterhin ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung von 7.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung des Falls beitragen.

Wer Informationen hat, seinen Namen aber nicht nennen möchte, kann sich weiterhin anonym melden. Die Hotline ist unter 0160 20 68 666 erreichbar. „Falls jemand seinen Namen nicht nennen möchte, die Nummer ist weiterhin geschaltet“, betonte der Polizeisprecher ausdrücklich.

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