Krankenkasse zieht Bilanz

Hitze treibt Zahl der Krankmeldungen nach oben

29.07.2026 – 10:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Sonne und Thermometer (Symbolbild): Die kommenden Tage wird es wieder heiß in Deutschland. (Quelle: IMAGO/Thorsten Wagner/imago)

Die hohen Temperaturen schaden der Gesundheit vieler Arbeitnehmer. Besonders eine Berufsgruppe ist besonders stark betroffen.

In diesem Hitzesommer haben sich laut Krankenkasse IKK Südwest deutlich mehr Menschen krankgemeldet. Anfang Juni sei die Zahl der Neufälle bei ihren Versicherten in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland innerhalb von einer Woche um mehr als 50 Prozent auf insgesamt rund 10.400 gestiegen, teilte die Kasse mit.

Dieses hohe Niveau habe sich auch in den folgenden Wochen gehalten. Erst Ende Juni, Anfang Juli seien die Zahlen spürbar zurückgegangen. Der sprunghafte Anstieg der Arbeitsunfähigkeiten geht laut IKK Südwest „ganz überwiegend auf hitzebedingte Diagnosen“ zurück.

Am stärksten hätten dabei Erkrankungen des Atmungssystems mit einem Plus von gut 36 Prozent zugenommen: ein Befund, der auf die erhöhte Ozon- und Feinstaubbelastung bei Hitze zurückgeführt werden könne. „Diese können Atemwegsbeschwerden verschlimmern oder neu auslösen“, hieß es.

Vor allem Pflege- und Sozialberufe betroffen

„Hitze ist kein Randthema mehr, sondern ein handfestes gesundheitspolitisches Risiko – und unsere Zahlen belegen das schwarz auf weiß“, teilte der Chef der IKK Südwest, Jörg Loth, mit. In allen drei Ländern habe sich der gleiche Ausschlag zum gleichen Zeitpunkt gezeigt. Besonders vom Anstieg der Krankmeldungen betroffen seien Pflege- und Sozialberufe.

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„Wenn Pflegekräfte, Erzieherinnen und Erzieher oder Beschäftigte in sozialen Berufen an vorderster Front die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels ausbaden müssen, dann reichen unverbindliche Empfehlungen nicht mehr aus.“ Es brauche jetzt „verbindliche Hitzeschutzstandards in Betrieben und Einrichtungen“, forderte Loth.

Hitze wird zum „gesamtgesellschaftlichen Gesundheitsthema“

Der Anstieg der Krankmeldungen betreffe fast jede Berufsgruppe: von handwerklichen und technischen Berufen über Verwaltung und Finanzdienstleistungen bis zum Verkauf und Büro. „Hitze macht damit vor keiner Branche halt und wird zu einem gesamtgesellschaftlichen Gesundheitsthema“, hieß es.

Die IKK Südwest zählt in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland insgesamt rund 610.000 Versicherte.

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