30 Jahre Sportfreunde Stiller: In Hamburg liefert die Band einen Nostalgietrip in die 2000er. Das Publikum feiert eine große Indie-Party – nur einmal gibt es laute Buh-Rufe.
Manch einer muss vermutlich zweimal hinsehen, als die große 30 auf der Videowall der ausverkauften Inselpark Arena erscheint. „30 wunderbare Jahre“ heißt die aktuelle Tour der Sportfreunde Stiller, die damit an diesem Dienstagabend in Hamburg tatsächlich ihren 30. Geburtstag feiern. Kaum eine andere deutsche Band prägte die 2000er so sehr wie das Trio aus Peter Brugger, Florian Weber und Rüdiger Linhof. Und trotzdem zeigen die drei auch heute noch, wie mühelos ihre Indie-Hymnen eine große Halle in Bewegung versetzen können.
Rund 4.000 Menschen passen in die Arena in Wilhelmsburg – die meisten sind längst in Feierlaune, als sich die „Sportis“ gegen 20 Uhr das erste Mal blicken lassen. Die Halle hüllt sich in blaues Licht und es erklingt eine spacig angehauchte Variante von „Wunderbaren Jahren“, ehe die Band ohne großes Hallo mit dem Original loslegt.
Drei Jahrzehnte lebensfroher Optimismus
Es ist ein Auftakt, der perfekt zu diesem Abend passt. Denn die Sportfreunde Stiller stehen auch nach drei Jahrzehnten noch für ihre optimistische, lebensfrohe, manchmal leicht kitschige, aber nie peinliche Sicht auf die Dinge. Man nimmt ihnen diese Leichtigkeit immer noch ab – und hängt sich gerne dran.
„Wahnsinn, dass ihr alle gekommen seid!“, freut sich Sänger Peter Brugger. „Wir sind gerade auf einem nostalgischen Trip“, sagt er später. „Wir erinnern uns überall an viele Dinge. Wir wussten damals noch gar nicht, was alles vor uns liegt.“ Schlagzeuger Florian Weber gibt zum Besten, dass er Brugger damals im Hamburger Live-Sex-Club „Safari“ auf dem Kiez kennengelernt habe – verkleidet als Biene Maja und Willi.
Auf der Setlist stehen Songs von fast allen Studioalben – nur die Fußballplatte „You Have to Win Zweikampf“ von 2006 lassen die „Sportis“ aus. Mitgebracht haben Peter, Flo und Rüde unter anderem „Komm schon“, „Siehst du das genauso?“, „7 Tage, 7 Nächte“, „Ich, Roque“, „I’m Alright“, „Applaus, Applaus“ und „Wellenreiten“. „Fast wie von selbst“ feiert an diesem Abend sogar seine Tourpremiere.
„Ein Kompliment“ verzaubert die Inselpark Arena
Besonders bei „Ein Kompliment“ zeigt sich, wie zeitlos manche Songs der Sportfreunde Stiller inzwischen geworden sind. Auch mehr als 20 Jahre später funktioniert die vielleicht größte Verknalltsein-Hymne der 2000er noch immer erstaunlich gut und versetzt die komplette Arena ins Schmachten.
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