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Home » Kohleausstieg 2030 in Berlin steht fest
Wirtschaft

Kohleausstieg 2030 in Berlin steht fest

MitarbeiterBy MitarbeiterJuni 26, 2026
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Kohleausstieg 2030 in Berlin steht fest

Wärmewende im Stresstest

Berlin zieht beim Kohleausstieg durch


26.06.2026 – 07:05 UhrLesedauer: 3 Min.

imago images 0301730366Vergrößern des Bildes

Kohlekraftwerk Reuter-West in Berlin: Die Berliner Fernwärme wird bis 2030 grün. (Quelle: IMAGO/Jürgen Heinrich/imago)

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Während auf Bundesebene noch über das Heizungsgesetz gestritten wird, machen Infrastrukturunternehmen Nägel mit Köpfen. Die Berliner Fernwärme hat sich für die Transformation abgesichert.

Die Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) hat von einem Konsortium aus neun Banken eine Milliarde Euro bekommen, um bis 2030 aus der Kohle auszusteigen und stattdessen erneuerbare Energien für die städtische Fernwärme zu nutzen. Das teilt das Unternehmen am Freitag t-online mit. Das Bankenkonsortium stellt die Finanzierung über eine Laufzeit von 20 Jahren sicher, nach Angaben der BEW ein bisher einzigartiges Instrument für ein Infrastrukturunternehmen in Deutschland.

Axel Pinkert, Geschäftsführer Finanzen der BEW, sagt, dass diese Finanzierung damit die Transformation des Berliner Wärmenetzes sicherstellt. „Diese Finanzierung ist ein starkes Signal für die Wärmewende in Berlin. Sie zeigt, was möglich wird, wenn Unternehmen, Eigentümer, Politik und Finanzwirtschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen.“

Berlin will 2030 aus der Kohle aussteigen

Finanziert werden soll damit im Wesentlichen der Berliner Kohleausstieg bis 2030. Die Hauptstadt betreibt noch immer zwei Heizkraftwerke, die auf Steinkohle setzen. Diese beiden Standorte sollen nun in den nächsten vier Jahren ersetzt werden: Am Energiepark Reuter werden in den nächsten Jahren eine Großwärmepumpe, eine Biomasseanlage, eine Power-to-Heat-Anlage und eine Müllverbrennungsanlage errichtet. Darüber hinaus soll eine neue Gas-KWK-Anlage in Charlottenburg errichtet werden, die perspektivisch auf Wasserstoff umgerüstet wird.

Insgesamt will das Unternehmen, das seit 2024 wieder vollständig der Stadt Berlin gehört, allein für diesen Kohleausstieg 3,5 Milliarden Euro ausgeben. Das Fernwärmenetz Berlin ist das größte in Westeuropa und versorgt schon heute rechnerisch 700.000 Haushalte mit Heizung und Warmwasser.

Berliner Fernwärme heute zu 95 Prozent aus Kohle und Gas

Berlin verfolgt das Ziel, bis 2045 klimaneutral zu sein, der Kohleausstieg stellt einen bedeutenden Schritt in diese Richtung dar. Ab 2030 will die BEW ihre Fernwärme zu 40 Prozent aus erneuerbaren Energien betreiben – heute sind es nur fünf Prozent, 95 Prozent kommen aus Kohle und Gas. Nachdem der Ausstieg aus der Kohle erfolgt sein wird, will die BEW die Möglichkeiten zum Ausstieg aus Erdgas angehen. Dazu braucht es zunächst aber auch Wasserstoff, der in Europa bisher nicht vorankommt.

Die Mitteilung kommt eine Woche, nachdem die Stadt Berlin ihren Wärmeplan vorgelegt hat. Darin wird aufgezeigt, wie die Stadt bis 2045 klimaneutral heizen will. Der Plan sieht vor, bis dahin hauptsächlich auf Fernwärme und Wärmepumpen zu setzen. Das Gasnetz soll schrittweise stillgelegt werden. Ähnliches zeigt sich auch in anderen Wärmeplänen, wie etwa denen von Hamburg, Leipzig oder Hannover. Deutsche Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen bis 30. Juni 2026 einen Wärmeplan vorlegen, der darlegt, wie die Stadt klimaneutral Wärme erzeugen will.

Damit das gelingt, müssen aber auch die betroffenen Eigentümer auf klimaneutrale Heizungen setzen. Die sind aber durch den fortwährenden Heizungsstreit auf Bundesebene eher verunsichert – die Zahl der neu installierten Heizungen war 2025 auf ein historisches Tief gefallen. Auch bei der allgemeinen Sanierungsrate der Gebäude muss es deutlich mehr Tempo geben, um die Klimaziele zu erreichen.

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