Vorwürfe gegen Union

Klüssendorf verteidigt Bas – CDU empört über Schwesig

13.10.2026 – 13:45 UhrLesedauer: 3 Min.

Parteispitze Klüssendorf, Bas, Klingbeil (v.l.n.r.) beim letzten SPD-Parteitag: „Nicht mit dem Kopf durch die Wand.“ (Quelle: IMAGO/Andreas Gora/imago)

Als Ministerin war Bärbel Bas auch für die Rentenreform zuständig. Aus familiären Gründen war sie zeitweise nicht in Berlin. Nach dem Tod ihrer Stieftochter kritisierte sie Angriffe aus der Union.

Nach dem Rücktritt von Arbeitsministerin Bärbel Bas bekräftigt SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf Vorwürfe gegen die Union. Nach seiner Darstellung war der Trauerfall in Bas‘ Familie in der Koalition bekannt – und trotzdem habe die Kritik an ihr aus den Reihen der CDU angehalten. Der Koalitionspartner wartet dagegen auf eine Entschuldigung.

Klüssendorf sagte im ZDF-„Morgenmagazin“: „Jeder wusste, dass dieser persönliche Trauerfall bei Bärbel Bas momentan eine große Rolle spielt und dass sie auch in Duisburg ist, dass sie dort viele Dinge zu regeln hatte.“ Weiter erklärt er: „Es gab eine Phase auch schon vor dem Sterbefall, wo es darum ging, Dinge zu organisieren, auch die Hospizbegleitung zu machen.“

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Klüssendorf sagte, man müsse vor allem vom Koalitionspartner erwarten können, dass in einer solchen Lage Rücksicht genommen werde. Bas habe sich erst um die „Betreuung“ gekümmert, dann um die „Trauerarbeit“. Es gehe nicht um eine besonders aggressive Sprache der Angriffe, sondern mehr um täglich konfrontative Nachfragen. In Hintergrundgesprächen mit Medienvertretern sei zudem gegen Bas Stimmung gemacht und ihre Abwesenheit in Berlin kritisiert worden, sagte er im ZDF weiter.

In der SPD gebe es hinsichtlich des Umgangs des Koalitionspartners mit Bas „ein großes Unverständnis“. Die Koalition werde weiter zusammenarbeiten, aber „wir müssen uns zusammenreißen“, mahnte der SPD-Generalsekretär.

CDU fordert Entschuldigung

In der CDU gibt es derweil Empörung über die Vorwürfe aus der SPD, insbesondere von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Diese hatte der Union „unmenschliche“ Attacken gegen Bas vorgeworfen. Nun werden Forderungen nach einer Entschuldigung Schwesigs laut. „Frau Schwesig sollte erkennen, dass sie sich völlig verrannt hat und um Entschuldigung bitten“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß der „Rheinischen Post“. Der Vorwurf sei „ein übles Foul“ von Schwesig.

Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) sagte der Zeitung, er sei nicht der einzige, der über die Vorwürfe Schwesigs „hochgradig verwundert“ sei. Die Ministerpräsidentin habe für die angeblichen persönlichen Angriffe auf Bas aus den vergangenen Wochen keinerlei Beispiele nennen können, „weil es nämlich auch keine gab“. Anstatt durch solche Behauptungen von innerparteilichen Personaldebatten abzulenken, „sollten wir in der Koalition jetzt einfach unsere vielfältigen Sachaufgaben abarbeiten“, forderte Krings.

Der CDU-Abgeordnete Günter Krings im Bundestag (Archivbild): Er greift Manuela Schwesig an. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur)
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