Und der Komfort für die Hinterbänkler geht nicht zulasten des Kofferraums, der 602 bis 1.549 Liter fasst. Außerdem wurde eine variable Sitzlandschaft eingebaut, die noch mehr Möglichkeiten eröffnet: An der Ladesäule zum Beispiel lässt sich der Innenraum in eine fast durchgängige Liegelandschaft verwandeln. Und wer sperrige Gegenstände transportieren will, kann die beiden Hälften der Sitzbank im Fond auch nach oben klappen wie früher die Sessel im Kino.

Überraschungen bei Ambiente und Ausstattung

Einen weiteren Unterschied zur europäischen Konkurrenz vor allem aus den eigenen Reihen fühlt man gleich beim Erstkontakt mit dem neuen E-Modell: Während Opel und Citroën mit spitzem Stift kalkulieren und für attraktive Preise mehr harten Kunststoff verwenden als sonst bei ihnen üblich, wird der Leapmotor fast zum Handschmeichler: Die Komponenten und Konsolen sind weich unterschäumt und mit angenehmem Stoff bezogen.

Auch bei der Ausstattung wird nicht gekleckert: Wie fast alle China-Autos hat der kleine Leapmotor neben den digitalen Instrumenten noch einen XXL-Bildschirm vor der Mittelkonsole. Es gibt elektrische Helfer für jeden zweiten Handgriff, und selbst das Panoramadach ist bei den meisten Modellen Standard.

Moderne Zeiten: Auch der preisgünstige B03X fährt mit großem Bildschirm und digitalen Instrumenten vor. (Quelle: dpa/Christian Petersen-Clausen)

Der Clou ist aber der sogenannte Leapmotor Pilot, der fast autonom der Navigation folgt, eigenständig sogar durch den Gegenverkehr abbiegt und ohne Zutun des Fahrers jede Ampelkreuzung meistert. Der wird hinter dem Steuer zum Zuschauer und greift nur noch pro forma alle paar Sekunden mal ins Lenkrad. Damit bietet Leapmotor in einem billigen Kleinwagen eine Technologie, für die sich etwa Mercedes gerade im vielfach teureren CLA feiern lässt und die bei Stellantis noch weit weg ist.

Zwar fehlt dafür in Europa noch die Zulassung, doch beweisen die Chinesen daheim, dass sie die Technik beherrschen. Deshalb müssten sie diese bei uns nach dem Segen aus Brüssel nur noch per Over-the-Air-Update freischalten.

Beim Antrieb ist der Leapmotor nur durchschnittlich

Der Blick ins Datenblatt holt einen allerdings wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Denn bei Akku und Antrieb zeigt sich, dass auch die Chinesen nur mit Wasser kochen und dafür ebenfalls tief in die Tasche greifen müssen. Akkus von 40 und 53 kWh für 403 oder 505 Kilometer (nach der etwas laxeren China-Norm) sind zwar allemal ausreichend, aber trotzdem allenfalls gehobener Durchschnitt.

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