Bald auch in Deutschland?
Kassen-Reform: Was eine Zuckersteuer bringt
31.03.2026 – 16:17 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke soll Einnahmen generieren und Millionen Menschen gesünder machen. Ein Blick nach Großbritannien zeigt, welche Effekte sie wirklich hat.
Mit dabei: eine Steuer auf gezuckerte Getränke. Doch was bringt eine solche Zuckersteuer überhaupt? Und wer muss die Kosten tragen?
Um Einnahmen zu generieren und Erkrankungen mit Kosten für das Gesundheitssystem zu vermeiden, empfiehlt die Kommission eine Zuckersteuer auf Limonaden und Colas. Dabei schlägt sie ein Modell für gestaffelte Aufschläge vor: 26 Cent pro Liter bei einem Zuckergehalt von fünf bis unter acht Gramm pro 100 Milliliter und 32 Cent bei acht Gramm und mehr.
Das bedeutet: Auf einen Kasten Cola (12 mal 1L) mit einem regulären Zuckergehalt von 10,6 Gramm pro 100 Milliliter, könnten Kosten von 3,84 Euro aufgeschlagen werden.
Ziel ist nicht in erster Linie, Verbraucher stärker zu belasten. Stattdessen sollen Hersteller den Zuckergehalt ihrer Produkte senken. Viele Gesundheitsexperten fordern eine solche Steuer schon seit Langem.
Welche der 66 Vorschläge umgesetzt werden, ist noch offen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) strebt jedoch an, bis zum Sommer Gesetzespläne ins Kabinett zu bringen.
Mediziner und Gesundheitswissenschaftler sehen in einer Zuckersteuer großes Potenzial. Denn eine hohe Zuckeraufnahme erhöht das Risiko für Übergewicht. Dieses wiederum begünstigt Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Depressionen.
Karl Emmert-Fees, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Public Health und Prävention an der Technischen Universität München, sagt im „Ärzteblatt“: „Tatsächlich zeigen weltweit zunehmend Studien, dass die Besteuerung von Softdrinks zur Reduktion von Übergewicht beitragen kann.“
Michael Stolpe, Leiter für Globale Gesundheitsökonomie am Kiel Institut für Weltwirtschaft fügt hinzu: „Deutschland sollte die Erfahrungen jener Länder berücksichtigen, die zuckerhaltige Softdrinks bereits besteuern, aber auch eine Ausweitung auf andere besonders zuckerhaltige Lebensmittel erwägen.“ Zudem plädiert er für die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf frisches Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte und ein Verbot von direkt an Kinder und Jugendliche gerichtete Werbung für hoch verarbeitete Lebensmittel.










