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Gesundheit

Kann Stille den Ohren auch schaden?

MitarbeiterBy MitarbeiterJuni 13, 2026
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Kann Stille den Ohren auch schaden?

Tinnitus im Faktencheck

Warum Stille bei Ohrgeräuschen Gift ist


Aktualisiert am 13.06.2026 – 07:42 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Für Menschen mit Tinnitus ist es wichtig, sich akustisch abzulenken. Absolute Stille bewirkt das Gegenteil und verschlimmert das Klingeln im Ohr. (Quelle: Deagreez/getty-images-bilder)

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Ums Thema Tinnitus ranken sich zahlreiche Mythen. Einige sind Unsinn, andere dagegen sind wahr. Wir haben zehn davon kritisch unter die Lupe genommen.

Mythos Nr. 1: Tinnitus ist unheilbar

Diese Aussage ist falsch. Bei einem akuten Tinnitus liegen die Chancen, dass die Töne im Ohr wieder verschwinden, sogar bei 80 Prozent. Doch auch ein chronischer Tinnitus hört bei circa 25 Prozent der Betroffenen innerhalb von fünf bis zehn Jahren wieder auf. Bei etwa 65 Prozent kommt es im Laufe der Zeit zu einer Gewöhnung an die Störgeräusche, sodass diese keine Belastung mehr darstellen.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Tinnitus sind vielfältig und richten sich nach der Art und der Schwere. Meist hat sich die Kombination verschiedener Behandlungsmethoden wie kognitiver Verhaltenstherapie, medikamentöser Behandlung mit Kortison, einer psychologischen Begleitung und akustischer Stimulation bewährt. Jede Behandlung zielt darauf ab, vom Ohrgeräusch abzulenken.

Mythos Nr. 2: Tinnitus ist eine Krankheit

Stimmt nicht. Der Begriff Tinnitus bezeichnet zunächst einmal nur Störgeräusche im Ohr. Diese können unterschiedliche Ursachen haben und sind nur Symptome von Störungen im Körper. Allerdings kann ein Tinnitus krankmachen. Es ist daher sehr wichtig, sich über Ursachen für die Ohrgeräusche klar zu werden und diese auszuschalten.

Mythos Nr. 3: Die Ohrgeräusche sind reine Einbildung

Das kann man pauschal so nicht sagen. Grundsätzlich wird bei Tinnitus in subjektiven und objektiven Tinnitus unterschieden. Die objektive Form ist medizinisch messbar und kann über ein Stethoskop gehört werden. Es handelt sich hier um real existierende Strömungsgeräusche von Blutgefäßen, die durch Verengungen entstehen. Auch Zuckungen der Muskeln im Mittelohr oder im Gaumen können Geräusche verursachen. Allerdings ist ein objektiver Tinnitus sehr selten. In den meisten Fällen (99 Prozent) gehen die Störgeräusche auf einen subjektiven Tinnitus zurück, der Phantomgeräusche auslöst. Diese werden nur von den Betroffenen selbst wahrgenommen.

Mythos Nr. 4: Tinnitus kommt von Stress

Das lässt sich pauschal so nicht sagen. Zwar gilt Stress als eine der Hauptursachen für Tinnitus, doch es gibt zahlreiche andere Auslöser für Störgeräusche im Ohr. Hierzu gehören vor allem Lärm und laute Musik auf Konzerten, aber auch über Kopfhörer. Sie machen nach Angaben des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte rund 30 Prozent aller subjektiven Tinnitusfälle aus. Aber auch Entzündungen, Verknöcherungen im Ohr, Bluthochdruck, Nebenwirkungen von Medikamenten oder in seltenen Fällen ein Tumor können einen Tinnitus zur Folge haben.

Mythos Nr. 5: Tinnitus und Hörsturz sind dasselbe

Stimmt nicht. Auch wenn es Zusammenhänge zwischen Tinnitus und Hörsturz gibt, können beide unabhängig voneinander auftreten. Allerdings ist Tinnitus ein häufiges Symptom, das infolge eines Hörsturzes auftritt. Die mit einem Hörsturz verbundene Hörminderung verschwindet häufig wieder, doch es bleiben nicht selten Ohrgeräusche zurück. Übrigens: Mehr als die Hälfte aller Hörsturzfälle klingt spontan wieder ab, mithilfe ärztlicher Behandlung kommt es sogar in 90 Prozent aller Fälle zur Heilung. Damit geht auch meist der akute Tinnitus wieder weg.

Mythos Nr. 6: Verspannungen können zu Tinnitus führen

In der Tat können Verspannungen im Nacken oder in den Kiefergelenken Störgeräusche im Ohr auslösen. Die Verspannungen verändern den Gefäßtonus im Bereich der Ohren. Ähnlich wirkt sich nächtliches Zähneknirschen, das oft stressbedingt ist, aus. Auch Verletzungen der Halswirbelsäule können Auslöser für das Rauschen im Ohr sein.

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